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IZeF-FG Psychische Gesundheit in Bildungseinrichtungen

(Sprecherin: Prof.in Dr.in Charlotte Hanisch, Prof. Dr. Thomas Hennemann)

Psychische Probleme stellen einerseits einen Risikofaktor für alle Ebenen von Entwicklung dar: sie können z.B. Lernen und Schulerfolg, soziale Integration und Teilhabe und verschiedene Aspekte körperlicher Gesundheit beeinträchtigen. Über ein frühzeitiges Erkennen psychischer Belastungen können präventive Ansätze dieses Risiko verringern. Andererseits kann die Förderung von psychischer Gesundheit und Wohlbefinden die Widerstandfähigkeit gegenüber Stressoren steigern und Kinder, Jugendliche und Erwachsene resilienter mit kritischen Lebensereignissen und Misserfolgen umgehen lassen.

Psychische Gesundheit zu erhalten und zu steigern spielt für Bildungseinrichtungen also eine bedeutsame Rolle. Die IZeF-FG „Psychische Gesundheit in Bildungseinrichtungen“ versucht in ihren Projekten psychische Gesundheit in Bildungsinstitutionen zu erfassen und multimodal, d.h. sowohl auf der Ebene des Individuums als auch auf den verschiedenen Systemebenen, mehrstufig und multiprofessionell zu steigern. Mehrstufig schließt hierbei die verschiedenen Ebenen von Prävention, Behandlung und Rehabilitation ein. Wir gehen davon aus, dass eine in diesem Sinne umfassende Förderung psychischer Gesundheit nur multiprofessionell, d.h. unter Einbezug möglichst vieler Fachdisziplinen und Professionen gelingen kann.

In der IZeF-FG Psychische Gesundheit in Bildungseinrichtungen befinden sich folgende Forschungsprojekte:


Inselraum – Unterstützung von Kindern und Eltern beim Übergang in die Grundschule

Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist ein bedeutender Meilenstein für die kindliche Entwicklung. Kinder und Eltern werden vor neue Herausforderungen gestellt, die sich aus dem neuen Lernsetting sowie den damit verbunden Anforderungen an das Lernverhalten und die Selbstregulation der Kinder ergibt. Besonders Kinder mit Entwicklungsrisiken, wie das Aufwachsen in armutsbetroffen Familien, können durch den Übergang belastet werden. Für diese Kinder stellt die Kita ein sozialer Schutzfaktor dar, der durch gezielte Förderung der Schulbereitschaft die Voraussetzungen für den Übergang in die Schule positiv beeinflussen kann. Aufgrund der Kita-Schließungen im Zuge der Eindämmung der COIVD-19 Pandemie und erhöhten Krankenständen bei den pädagogischen Fachkräften, konnte eine kontinuierliche Betreuung und Förderung der Vorschulkinder nicht gewährleistet werden. Mit dem Aktionsprogramm „Ankommen und Aufholen“ der Landesregierung NRW sollte Kindern das Aufholen pandemiebedingte Lernrückstände ermöglicht werden.

Als Teil des Aktionsprogrammes fokussiert das Inselraumprojekt dabei die Förderung der Schulbereitschaft von Kindern mit besonderen Entwicklungsrisiken (z.B. armutsbetroffene Familien, Kinder mit anderer Herkunftssprache als Deutsch, bereits erste sozial-emotionale Auffälligkeiten) und bezieht Eltern und Kinder gleichermaßen mit ein. Die Förderung findet in den Räumlichkeiten der Schule statt, so dass sich Eltern und Kinder mit der neuen Lernumgebung vertraut machen können. Die Auswahl der Kinder findet in Absprache mit den sozialpädagogischen Fachkräften der Schuleingangsphase und auf Basis der Schuleingangsdiagnostik statt. Vor Beginn der Förderung werden die Kinder in der Kita hinsichtlich Ihres Lern- und Arbeitsverhaltens beobachtet und es findet ein erstes Kennenlernen mit den Durchführenden statt. 

Das Inselraumprojekt wurde erstmals im Zeitraum von April bis Juni 2022 an drei Kölner Grundschulen aus Stadtteilen mit potentiell stark erhöhten Problemlagen (z.B. geringer materieller Lebensstandard, geringe Bildungschancen) durchgeführt. Im Frühjahr 2023 wird das Programm erneut an einer Kölner Grundschule in angepasster Form erprobt. 

Projektteam: Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, Dr.in Stefanie Richard, Wiebke Heuter, Leona Wolff

Kooperationspartner: Grundschulen und Kindertagesstätten in den Stadtteilen Chorweiler, Vingst und Buchheim

Förderung: Regionales Bildungsbüro Köln über das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ der Landesregierung NRW

Projektdauer: seit 2022

Projektpublikation: noch ausstehend

Kontakt: stefanie.richardSpamProtectionuni-koeln.de


 

MuTig – „Multiprofessionell Transition gestalten“

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für jedes Kind ein wichtiger Meilenstein. Für Kinder mit Frühförderbedarf stellt der Übergang dabei eine besondere Herausforderung dar. 
Erstens haben die Kinder ein erhöhtes Risiko für schulische Misserfolge und deswegen auch, Lern- oder Verhaltensprobleme zu entwickeln.  Zweitens ist mit dem Schuleintritt die Unterstützung durch die Frühförderung beendet. Drittens gehen durch den Wechsel von Kindergarten in die Grundschule häufig viele wichtige Informationen verloren, weil sich Beteiligte und Institutionen häufig nicht ausreichend austauschen. 
Die MuTig-Studie hat sich daher zum Ziel gesetzt, ein Angebot zu entwickeln, das Kinder mit Frühförderbedarf beim Übergang in die inklusive Grundschule bezogen auf ihre Lern- und sozial-emotionale Entwicklung und auf soziale Teilhabe wirksam unterstützt.
Ausgangspunkt der Angebotsentwicklung ist eine Ist-Stand-Erhebung dazu, wie für diese Kinder bisher der Wechsel von Kindergarten in Schule gestaltet wird, und eine Bedarfsanalyse darüber, welche unterstützenden Strukturen und Maßnahmen für alle Beteiligten hilfreich sein könnten.
Diese Erkenntnisse werden mit dem aktuellen Stand der Forschung zu einem Angebotsformat verbunden. Zielgruppe sind Kinder, die im Vorschuljahr Frühförderleistungen beziehen und deren Übergang in die Grundschule aufgrund von Lern-, Verhaltens-, Kontaktproblemen und/oder psychosozialen Risiken als problematisch angesehen wird. Je nach Bedarfsanalyse sollen Maßnahmen auf der Ebene des Kindes, der Eltern, der Frühförder:innen, der Erzieher:innen und der Lehrer:innen bzw. auf den jeweiligen Strukturebenen kombiniert werden.

Weitere Informaionen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof.in Dr.in Charlotte Hanisch (Universität zu Köln), Simone Keßel (Universität zu Köln), Lotta Balters (Universität zu Köln), Laurence Nawab (Universität zu Köln), Helen Hegerath (Universität zu Köln), Christa Grüber-Stankowski (Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung)

Kooperationspartner: acht Frühfördereinrichtungen aus dem Regierungsbezirk Köln, Bezirksregierung Köln, Landesverband Rheinland (LVR)

Auftraggeber: Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung e.V., Köln

Förderung: Stiftung Wohlfahrtspflege, Kämpgen-Stiftung, Imhoff-Stiftung, Dr. Hans-Günther- und Dr. Rita Herford Stiftung

Projektdauer: 2019 – 2022

Projektpublikationen (Auswahl):

Keßel, S., Hegerath, H., Grüber-Stankowski, C., Nawab, L., Balters, L., & Hanisch, C. (2021). MuTig- Multiprofessionell Transition gestalten. Frühförderung interdisziplinär.

Keßel, S., Grüber-Stankowski, C., Hegerath, H., Hammes- Schmitz, E., & Hanisch, C. (2021). Frühförderung als Moderatorin des Übergangs in die inklusive Grundschule für Kinder mit Frühförderbedarf – MuTig: Multiprofessionell Transition gestalten. In B. Gebhard, L. Simon, K. Ziemen, G. Opp & A. Groß-Kunkel (Hrsg.). Transitionen Übergänge in der Frühförderung gestalten. Schulz-Kirchner Verlag: Idstein.

Ziemen, K. & Hanisch, C. (2021). Übergänge professionell gestalten. In B. Gebhard, L. Simon, K. Ziemen, G. Opp & A. Groß-Kunkel (Hrsg.). Transitionen Übergänge in der Frühförderung gestalten. Schulz-Kirchner Verlag: Idstein.


multimo – Multiprofessionelle, multimodale und mehrstufige Diagnostik und Förderung bei externalisierenden Verhaltensproblemen in Kita und Grundschule

Aufbauend auf dem multimo Konzept (Hanisch et al., 2019) und in Verbindung mit Inselraum (Richard et al., 2025) wurde eine Intervention entwickelt, die Kinder, die bei der Schulanmeldung durch eine unzureichende Schulbereitschaft auffallen, im Jahr vor der Einschulung und in der Schuleingangsphase unterstützt. Hierbei wird ein mehrstufiges, multimodales Vorgehen, das Perspektiven von Sonderpädagogik und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie multiprofessionell verbindet und sich bei der Umsetzung von multimo bewährt hat, angewandt. Die Umsetzung von multimo 5-7 findet zunächst an vier und schließlich an acht Grundschulen in einer an die lokalen Gegebenheiten angepassten partizipativ ausgerichteten Weise statt. Hierbei werden der diagnostische Prozess zur Identifikation von Kindern mit erhöhten Risiken, die vor- und die schulische Förderung durch Fortbildungen und Coachings der Lehr- und Fachkräfte weiterentwickelt. Darüber hinaus kommt der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus eine wichtige Bedeutung zu.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Hennemann (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Charlotte Hanisch (Universität zu Köln), Dr.in Johanna Krull (Universität zu Köln), Dr.in Stefanie Richard (Universität zu Köln), Dr. Tobias Hagen (Universität zu Köln), Hanna Meyer (Universität zu Köln), Leonie Verbeck (Universität zu Köln), Katrin Floß (Universität zu Köln), Marie Schottel (Universität zu Köln)

Förderung: Innovationspool der Universität zu Köln; Kreis Mettmann; Heilpädagogische Akademie

Projektdauer: 2019 – 2022

Projektpublikation (Auswahl):

Hanisch, C., Casale, G., Volpe, R., Briesch, A., Richard, S., Meyer, H., Hövel, D., Hagen, T., Krull, J., & Hennemann, T., (2019). Gestufte Förderung in der Grundschule. Prävention und Gesundheitsförderung, 14, 237–241. Download

 


 

PEARL – „Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen – Ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zur Entwicklung von Handlungsempfehlungen“

Das partizipative und interdisziplinäre PEARL Projekt erhebt Daten zur psychischen Gesundheit von Schüler*innen an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und leitet hieraus geeignete schulische Unterstützungsmaßnahmen ab. Diese werden mit Lehrkräften und weiterem pädagogischen Personal in Fortbildungen und begleitenden Coachings auf ein Zielkind mit besonderem Unterstützungsbedarf übertragen. Die vier PEARL Schulen des ursprünglichen PEARL Projekts befinden sich aktuell in der Implementationsphase, in der Fortbildungen und Coachings durch schulinterne Multiplikator*innen umgesetzt werden. Im Kreis Mettmann und in der Bezirksregierung Düsseldorf hat das ursprüngliche PEARL Konzept insofern eine Erweiterung erfahren, als dass Projektmitarbeitende Multiplikator*innen schulen, die Fortbildungen und Coachings des PEARL Konzepts an Förder-, Grund- und Gesamtschulen umsetzen und durch die Universität supervidiert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Hennemann (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Charlotte Hanisch (Universität zu Köln), Dr.in Tatjana Leidig (Universität zu Köln), Ulrike Vögele (Universität zu Köln), Michaela Jung (Universität zu Köln), Katrin Floß (Universität zu Köln), Emilie Niemeier (Universität zu Köln), Silke Gerlach (Universität zu Köln)

Förderung: Bezirksregierung Köln; Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Projektdauer: 2018-2022

Projektpublikationen (Auswahl): 

Hennemann, T., Casale, G., Leidig, T., Fleskes, T., Döpfner, M., & Hanisch, C. (2020). Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung (PEARL) – Ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt zur Entwicklung von Handlungsempfehlungen. Zeitschrift für Heilpädagogik, 71, 44-57.

Leidig, T., Hanisch, C., Vögele, U., Niemeier, É., Gerlach, S., & Hennemann, T. (2021). Professionalisierung im Kontext externalisierender Verhaltensprobleme – Entwicklung eines Qualifizierungs- und Begleitkonzepts für Lehrkräfte an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung. Wissenschaftliche Jahreszeitschrift Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE) in der Pädagogik der Erziehungshilfe und bei Verhaltensstörungen 3, 3, 88-98. Download

Thöne, A.-K., Junghänel, M., Görtz-Dorten, A., Breuer, D., del Giudice, T., Hanisch, C., Hennemann, T., & Döpfner, M. Empirically based dimensions of externalizing symptoms in children and adolescents - a multitrait multisource approach. Eingereicht bei Assessment 


 

PearlPLUS - „Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen der Jugendhilfe“

Die Arbeitsbereiche Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung und Psychologie und Psychotherapie in Heilpädagogik und Rehabilitation führen zusammen mit Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft (CJG) das PEARLPlus Projekt durch. Das Projekt zielt darauf ab, Schüler*innen aus Förderschulen mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, die intensivpädagogische Förderung nach §15 AO-SF und Leistungen der Eingliederungshilfe nach §35a KJHG erhalten, bestmöglich in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung sowie in ihrem Lern- bzw. Arbeitsverhalten zu unterstützen. Im Rahmen eines interdisziplinären Qualifizierungs- und Begleitkonzeptes, das aus Fortbildungen und Coachings besteht und durch die Universität zu Köln bereitgestellt wird, werden Lehrkräfte und Bezugspädagog*innen aus der Jugendhilfe in einem interdisziplinären Fallverstehen und der Planung und Umsetzung der Förderung unterstützt. Nach einer ersten Umsetzung folgt nun die Begleitung einer Implementationsphase.

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Hennemann, Prof.in Dr.in Charlotte Hanisch, Dr.in Tatjana Leidig, Paul Martin Müller, Marie Schottel

Kooperationspartner: Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft

Förderung: Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft

Projektdauer: 2022-2025

Kontakt: marie.schottelSpamProtectionuni-koeln.de


 

SENSE - Shaping Emotionally Nurturing School Environments

Die Einschränkungen und Schulschließungen aufgrund der COVID-19 Pandemie haben die Auftretenshäufigkeiten mentaler Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen erhöht. Besonders betroffen sind Jugendliche, die bereits vor der Pandemie von psychosozialen Risiken oder ersten Anzeichen psychischer Auffälligkeiten betroffen waren. Gerade bei dieser Gruppe ist allerdings der Zugang zu Angeboten zur Stärkung mentaler Gesundheit oder zur Prävention und Behandlung psychischer Störungen oftmals erschwert, so dass Schulen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Wissen zu mentaler Gesundheit und beim Aufzeigen von Unterstützungsstrukturen zukommt.
SENSE zielt darauf ab, weiterführende Schulen und hier v.a. die Lehrkräfte darin zu unterstützen, einerseits mentale Gesundheit in der Schule zu stärken und andererseits Jugendliche mit erhöhten Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und ihnen bei der Suche geeigneter Maßnahmen zu helfen.
Hierfür werden Informationsmaterialien zu mentaler Gesundheit und zur Früherkennung von Gesundheitsrisiken mit dem Ziel entwickelt, über das Bereitstellen von Wissen die mit psychischen Störungen häufig verbundene Stigmatisierung und somit Barrieren für das Aufsuchen von Hilfen abzubauen. Darüber hinaus soll eine Toolbox zur Verfügung gestellt und eingesetzt werden, um im Klassenraum psychische Gesundheit zu stärken. Lehrkräfte werden im Rahmen einer Weiterbildung in der Anwendung dieser Materialien geschult.

Projektteam: Prof.in Dr. Charlotte Hanisch (Projektkoordination), Maya Kalkhofen

Kooperationspartner*innen: die Berater (Österreich), Tallinn University (Estland), Universität Limburg (Belgien), Universität des Baskenlandes Leioa (Spanien)

Förderung: Erasmus+ Schule Kooperationspartnerschaften

Projektdauer: 2022-2024

Projektpublikation: noch ausstehend


 

SpAu-Ki – Sprachliche Fähigkeiten bei Kindern mit psychischen Auffälligkeiten im Grundschulalter

Internationale Übersichtsarbeiten verdeutlichen Zusammenhänge zwischen psychischen Auffälligkeiten und sprachlichen Fähigkeiten. Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung externalisierender und internalisierender Auffälligkeiten. Bei Kindern mit psychischen Auffälligkeiten liegen häufig sprachliche Auffälligkeiten vor, die jedoch oftmals nicht erkannt werden. Eine differenziertere Betrachtung von Subkomponenten externalisierender und internalisierender Auffälligkeiten sowie sprachlicher Fähigkeiten in der Erforschung der Zusammenhänge steht noch aus. Im deutschsprachigen Raum wurden darüber hinaus sowohl die Ausprägungen von Komorbiditäten als auch dimensionale Zusammenhänge zwischen den beiden Entwicklungsbereichen bislang nicht hinreichend untersucht. Schulisch relevante Personengruppen konnten bisher nicht hinreichend berücksichtigt werden, um schulpraktische Implikationen spezifisch zu konkretisieren. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, dimensionale Zusammenhänge zwischen Subkomponenten sowie Komorbiditäten bei Förderschüler*innen unter Berücksichtigung weiterer entwicklungsrelevanter Aspekte genauer zu untersuchen, wobei die Relevanz von Subkomponenten besonders fokussiert wird. Daran anknüpfend werden Implikationen für die schulische Praxis ausgearbeitet. Die methodischen Zugänge umfassen ein systematisches Review, empirische Untersuchungen sowie schließlich konzeptuelle Analysen und Vorschläge im Kontext Prävention und Intervention von Entwicklungsauffälligkeiten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Hennemann (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Tanja Ulrich (Universität Duisburg-Essen, geteilte Projektleitung), Clara Schramm (Universität zu Köln, Projektkoordination)

Schulische Kooperationspartner: 16 Schulstandorte in Köln, im Rhein-Erft-Kreis, Kreis Euskirchen, Kreis Mettmann

Universitärer Kooperationspartner: Prof. Dr. Andreas Mayer (LMU München)

Förderung: Graduiertenschule für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln

Projektdauer: 2021-2024

Projektpublikationen:

Mayer, A., Schramm, C., & Ulrich, T. (2024). Sprachliche Fähigkeiten von Kindern mit psychischen Auffälligkeiten. Zeitschrift für Heilpädagogik, 75(4).

Schramm, C., Ulrich, T. (angenommen). Sprachliche Fähigkeiten. In R. Markowetz, T. Hennemann, D. Hövel, & G. Casale (Hrsg.), Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung. Weinheim: Beltz.

Schramm, C., Krull, J., Hennemann, T., & Ulrich, T. (angenommen). Sprachliche Fähigkeiten, psychische Auffälligkeiten und kognitive Fähigkeiten bei Förderschüler:innen: Eine Untersuchung der Zusammenhänge. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (e-only).


 

Starke Kompetenz für Kölner Pänz – Expert:innenbefragung im Übergang Kita-Grundschule

Die Zahl der Kinder, die eine verlängerte Schuleingangsphase nutzen, hat sich im letzten Jahr NRW-weit drastisch erhöht. In Köln führt dies dazu, dass Grundschulen in einigen Stadtbezirken zu wenige Schulplätze für die neu aufzunehmenden Erstklässler:innen zur Verfügung stellen können. Da bisher wenig dazu bekannt ist, durch welche Merkmale sich die Gruppe der Kinder, die länger in der Schuleingangsphase verbleiben, beschreiben lässt, ist unklar, welche Unterstützung Kinder, Eltern und Institutionen benötigen. Ziel des Projektes ist, eine Beschreibung der Kinder vorzunehmen und auf dieser Basis und dem aktuellen Stand der Forschung zur Förderung von Schulbereitschaft Handlungsempfehlungen für Interventionen abzuleiten. Nach einer Online Befragung von Schulen und Eltern, werden Ergebnisse und Schlussfolgerungen im Rahmen von Fokusgruppen mit allen am Übergang beteiligten Berufsgruppen, Eltern und Kindern adressat*innen-gerecht diskutiert.

Projektteam: Dr.in Stefanie Richard, Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, Prof. Dr. Thomas Hennemann, Dr.in Helen Rathgeber, Lotta Balters

Förderung: Stadt Köln

Projektdauer: 2024

Projektpublikation: noch ausstehend

Kontakt: stefanie.richard@uni-koeln.de


 

TAC – Teaching AD(H)D Children

Unter den psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters nimmt die Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Störung (ADHS oder ADS) aufgrund ihrer relativen Häufigkeit eine herausragende Stellung ein – weltweit mit einer Prävalenz von 3 bis 5 %. Unabhängig von ihrem intellektuellen Potenzial beeinträchtigt der besondere Wahrnehmungs- und Reaktionsstil betroffener Kinder häufig ihre Lernfähigkeit, ihr Gedächtnis und ihre Emotionsregulation, was zu mangelndem (gegenseitigem) Verständnis, Stigmatisierung, sozialer Ausgrenzung und sogar zum Schulabbruch führen kann. In den letzten Jahrzehnten wurde in der Wissenschaft und in Fachkreisen ein beachtlicher Wissensschatz über AD(H)S und unterstützende Maßnahmen zusammengetragen. TAC möchte dazu beitragen, dieses Wissen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften aufzubereiten, so dass es im Sinne einer inklusiven Bildung eine feste Säule in der allgemeinen Schulpraxis werden kann. Die im Projekt entwickelte Fortbildung wurde in Deutschland, Irland, Bulgarien und Portugal umgesetzt und evaluiert. Eine verkürzte Version steht online zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthompage.

Projektteam: Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, Lotta Balters, Sophia Fehl

Kooperationspartner*innen: Dublin City University (Irland), die Berater (Österreich), CATRO (Bulgarien), SPEL (Portugal), Trakische Universität (Bulgarien)

Förderung: Erasmus+ Schule Kooperationspartnerschaften

Projektdauer: 2021-2024

Projektpublikation: noch ausstehend


 

U-turn-Wiss – „Wissenschaftliche Begleitung der intensivpädagogischen Maßnahme U-turn“

Der Kreis Kleve hat an fünf Standorten im Kreisgebiet mit der Maßnahme „U-turn“ ein innovatives Angebot für Schüler*innen mit intensivpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung gemäß §15 AO-SF entwickelt. Diese Schüler*innen weisen eine sehr hohe psychosoziale Problembelastung auf und sind einem besonderen Entwicklungsrisiko ausgesetzt, was ihre schulische und gesellschaftliche Teilhabe und damit die größtmögliche Inklusion extrem gefährdet. Innerhalb von U-turn kooperieren Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung mit Fachkräften aus der Jugendhilfe, um die Schüler*innen in ihrer sozial-emotionalen und schulischen Entwicklung zu unterstützen und erfolgreiche Lernprozesse zu initiieren.

Die wissenschaftliche Begleitung beinhaltet in der ersten Projektphase die Ermittlung des Istzustandes in den intensivpädagogischen Maßnahmen, um auf dieser Basis Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung abzuleiten. Die quer- und längsschnittliche Evaluation orientiert sich am renommierten CIPP-Modell von Stufflebeam und Shinkfield (1988). Auf der Basis von Potentialanalysen, Fragebögen, Interviews und Dokumentenanalysen erfolgt eine Umfeldanalyse zur Bestimmung der Bedarfe, Ressourcen und Probleme in den U-Turn-Standorten (Inputevaluation) sowie die Identifikation und Bewertung des Leistungsvermögens bzw. der Ressourcen des Systems (Kontextevaluation). Darüber hinaus werden die aktuelle Umsetzung der intensivpädagogischen Förderung analysiert (Prozessevaluation) und die bisherigen Ergebnisse der Intervention(en) vor dem Hintergrund der definierten Ziele bewertet (Outputevaluation). Es erfolgt zudem eine Analyse der Akzeptanz der Maßnahmen, indem die Zufriedenheit und die Akzeptanz der am Prozess beteiligten Personen hinsichtlich der pädagogischen Maßnahme erhoben werden. In der zweiten Projektphase wird auf der Basis der Evaluationsergebnisse und der daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen ein Qualifizierungs- und Begleitkonzept für die intensivpädagogischen Maßnahme entwickelt, implementiert und evaluiert.

Projektteam: Prof. Dr. Thomas Hennemann (Universität zu Köln), Dr.in Tatjana Leidig (Universität zu Köln), Dr. Tijs Bolz (Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg), Dr.in Laura Ferreira González (Universität zu Köln), Miriam Düvelmeyer (Universität zu Köln)

Kooperationspartner: fünf U-turn-Standorte im Kreis Kleve

Förderung: Kreis Kleve, Bezirksregierung Düsseldorf

Projektdauer: 2023-2026

Kontakt: miriam.duevelmeyer@uni-koeln.de