zum Inhalt springen

IZeF-FG Medien und Digitalisierung

(Sprecher: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar)

Stetige technologische Entwicklungen und sich dynamisch verändernde Medien(angebote) sowie damit einhergehende Veränderungen didaktischer und fachwissenschaftlicher Ansätze des Lehrens und Lernens prägen zunehmend auch die Gestaltung der Lehrer*innenbildung. Die IZeF-FG Medien und Digitalisierung nimmt eine ganzheitliche, interdisziplinäre Perspektive auf Medien im Kontext der Lehrer*innenbildung ein und zielt auf die Integration dreier Kernbereiche: Lehren, Lernen und Testen. Neuartige medienbasierte Lehr- und Lernangebote sowie Assessment-Formate in der Lehrer*innenbildung werden pilotiert und systematisch evaluiert. Im Fokus stehen konkrete Machbarkeitsstudien und Wirkungsanalysen unter Beachtung (hochschul)politischer und infrastruktureller Rahmenbedingungen, um Potentiale medienbasierte Lehr-, Lern- und Assessment-Formate in der Lehrer*innenbildung auszuloten. Im Sinne der interdisziplinären Ausrichtung des IZeF sind dabei innovative Ansätze unabhängig ihres fachwissenschaftlichen Ursprungs von Interesse, wenn diese einen Transfer in die Lehramtsausbildung prinzipiell zulassen. In diesem Rahmen kommt dem Erwerb und der Vermittlung digitaler Kompetenzen eine Schlüsselrolle zu. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen werden entsprechende Kompetenzen zunehmend notwendig, d.h. ein Bündel spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen für einen zielführenden, effizienten, zufriedenstellenden und reflektierten Umgang mit digitalen Medien benötigen. Die Vermittlung dieser Kompetenzen im Rahmen der Lehrer*innenbildung ist daher eine zentrale Aufgabe. Es soll eruiert werden, wie angehenden Lehrer*innen technisch-funktionale als auch kreativ-gestaltende Fähigkeiten in der Aneignung und im Einsatz von Medien(-angeboten) im schulischen Kontext erwerben können. Neben dem Erlernen eigener digitaler Kompetenzen müssen Lehrkräfte auch dazu befähigt werden, ihren Schüler*innen in angemessener Weise Medienkompetenzen vermitteln und dabei den didaktischen (Mehr)Wert von sich dynamisch verändernden Medien(angeboten) im Unterreicht bewerten zu können.

In der IZeF-FG Medien und Digitalisierung befinden sich folgende Forschungsprojekte:


Digitalstrategie Lehrer*innenbildung Köln: Kompetenzen nachhaltig entwickeln (DiSK)

Das Projekt DiSK verfolgt das übergeordnete Ziel der Modellierung, Umsetzung und flächendeckenden sowie nachhaltigen Verankerung von innovativen Lehr-Lernformaten zur Schulung digitalisierungsbezogener Kompetenzen angehender Lehrer*innen. Untergeordnete Ziele des Vorhabens sind die Entwicklung von innovativen Lehr-Lernformaten zum Aufbau digitalisierungsbezogener Kompetenzen auf Basis eines umfassenden Kompetenzmodelles (Prozessbereich 1) und deren begleitende Evaluation anhand objektiver, reliabler und valider Instrumente zur Messung des anvisierten Kompetenzaufbaus (Prozessbereich 2). Sowohl die Lehr-Lernformate als auch die entwickelten Tests und Instrumente sollen durch die Implementation eines „Studium digital“ an der Universität zu Köln curricular und nachhaltig verankert werden (Prozessbereich 3). Quer zu den Prozessbereichen liegen die Kompetenzbereiche, wobei der Bereich „Professioneller Umgang“ Kompetenzen bündelt, die die Professionalisierung der (Zusammen-)Arbeit und die professionelle Entwicklung sowie die allgemeine Nutzung und Produktion von digitalen Ressourcen adressieren. Diese Kompetenzen sind größtenteils unabhängig von der lernprozessbezogenen Lehrenden-Lernenden-Interaktion. Im Kom-
petenzbereich „Pädagogische Inwertsetzung“ werden Kompetenzen gebündelt, die den Medieneinsatz mit Blick auf die Unterstützung und Bewertung der Lernprozesse von Schüler*innen sowie damit verbundenen zwischenmenschlichen Interaktionen und Lernformen adressieren. Der Kompetenzbereich „Unterrichtliche Vermittlung“ umfasst schließlich mehrere spezifische Vermittlungskompetenzen, um Schüler*innen Orientierungs-, Reflexions- und Handlungsfähigkeiten für die zunehmend digital geprägte Gesellschaft vermitteln zu können. Darüber hinaus soll ein „DiSK-Forum“ als fächer- und fakultätsübergreifende Community of Practice aufgebaut werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar (Sozial- und Medienpsychologie), Prof. Dr. Georg Bareth (Geoinformatik/Geographie), Prof. Dr. Jörg Jost (Deutsche Sprache und Literatur II), Prof. Dr. Johannes König (Empirische Schulforschung), Jun.-Prof. Dr. Alexander Martin, Prof. Dr. habil. Benjamin Rott (Mathematikdidaktik), Prof.in Dr.in Daniela Schmeinck (Didaktik des Sachunterrichts), Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek (Deutsche Sprache und ihre Didaktik), Prof.in Dr.in Kirsten Schindler (Deutsche Sprache und Literatur II), Dr.in rer. nat. Birte Rafflenbeuel (Geographie), Dr. Matthias Knopp (Deutsche Sprache und Literatur II), Dr.in rer. nat. Dorothea Wiktorin (Geographie), Thomas Hoss (Sozial- und Medienpsychologie), Vinzent Ahlbach (Didaktik des Sachunterrichts), Peter Gonscherowski (Mathematikdidaktik), Marco Rüth, Christina Vollmert (Mediendidaktik und Medienpädagogik), Jessica Trixa (Sozial- und Medienpsychologie), Konstantin Gartfelder (Deutsche Sprache und ihre Didaktik), Amancay Ancina, Philine Elster

Beteiligte Projektpartner (institutionell):
Interdisziplinäres Zentrum für empirische Lehrer*innen- und Unterrichtsforschung (IZeF)
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln (ZfL)
Regionales Rechenzentrum Universität zu Köln (RRZK)
Zentrum für Mathematisch-Naturwissenschaftliche Bildung (ZMNB)

Projektdauer: 2020-2023

Projektpublikationen (Auswahl):

Hoss, T., Ancina, A., & Kaspar, K. (in press). Forced remote learning during the COVID-19 pandemic in Germany: A mixed-methods study on students’ positive and negative expectations. Frontiers in Psychology.

Kaspar, K., Bareth, G., Becker-Mrotzek, M., Großschedl, J., Hofhues, S., Hugger, K.-U., Jost, J., Knopp, M., König, J., Rott, B., Schindler, K., Schmeinck, D., & Wiktorin, D. (2020). Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen von angehenden Lehrkräften im Projekt DiSK. In K. Kaspar, M. Becker-Mrotzek, S. Hofhues, J. König, & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule, Digitalisierung (S. 397-403). Münster: Waxmann. Download

König, J., Heine, S., Jäger-Biela, D., & Rothland, M. (under review). ICT integration in teachers’ lesson plans: a systematic review of empirical studies. European Journal of Teacher Education.


VSB – Virtuelles Schulboard

Das VSB bietet eine webbasierte Plattform zur Umsetzung eines mehrstufigen, präventiven Fördersystems. Die individuelle Förderung von Schüler*innen wird hier geplant, strukturiert und dokumentiert. Durch eine systematische Aufbereitung und Bereitstellung der Förderdaten für die am Kind arbeitenden Personengruppen bietet das Schulboard die Möglichkeiten die multiprofessionelle Kooperation und Kommunikation zu vereinfachen und eine kooperative Förderplanung umzusetzen. Eine Datenbank mit diagnostischem Inventar und Fördermaßnahmen gibt prozessbezogen Handlungsempfehlungen für die Diagnose und die Förderung. Zusätzlich sind Möglichkeiten der Verlaufsdiagnostik hinterlegt, um datenbasierte Entscheidungen zu unterstützen, sodass Diagnose und Förderung enger zu verzahnt werden. Die Daten eines Kindes werden in Form eines Portfolios zur erweiterten individuellen Förderung digital zusammengestellt. Das System hält hierbei die pädagogischen, psychologischen und rechtlichen Implikationen im Blick und regelt Verantwortlichkeiten und Abläufe. Übergeordnetes Ziel ist es frühzeitig die individuelle Förderung von Schüler*innen zu optimieren, erschwerte Lernprozesse zu erleichtern, massives Schulversagen möglichst zu vermeiden bzw. zu milderen oder zu überwinden.

Im Projekt wird die Implementation der Software auf Anwender*innen- und Schulsystemebene untersucht. Das virtuelle Schulboard wird hierfür an inklusiven Grundschulen eingeführt. Die Einführung wird vom zuständigen Schulamt unterstützt und begleitet. Ziel des Projekts ist es, die alltagspraktische Nutzung zu erfassen und entlang des Technik-Akzeptanz-Modells Einflussfaktoren zu identifizieren, welche die wahrgenommene Nützlichkeit, Benutzer*innenfreundlichkeit, Nutzungsabsicht und damit das Nutzungsverhalten positiv beeinflussen.

Weitere Infomationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Dennis Hövel, Prof. Dr. Thomas Hennemann, Dr.in Silvia Fränkel

in Kooperation mit der Firma SABiDU in Köln

Projektdauer: 2019 - 2022

Projektpublikationen (Auswahl):

Hövel, D., & Hennemann, T. (2019). Kooperative Dokumentation der erweiterten individuellen Förderung. Das virtuelle Schulboard. In A. Schuhmacher, & E. Adelt (Hrsg.), Von der Förderplanung zur Lern‐ und Entwicklungsplanung (S. 203-218). Münster: Waxmann.

Hövel, D., van Zadelhoff, R., Hennemann, T., & Fränkel, S. (2020). „Das kennt man, das macht man […] und das Neue ist dann letztendlich hinten runtergefallen“. Technik-Akzeptanz des Virtuellen Schulboards (VSB) aus Sicht von Schulleiter*innen. In K. Kaspar, M. Becker‐Mrotzek, S. Hofhues, J. König, & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule und Digitalisierung (S. 57-63). Münster: Waxmann. Download


Fachliche Bildung digital (FaBidi)

Der Medienkompetenzrahmen NRW ist das verbindliche Planungs- und Steuerungselement für die Umsetzung digitalen Lehrens und Lernens in Schule und Unterricht in Nordrhein-Westfalen. Im Projekt FaBidi wird empirisch untersucht, welche konkreten Unterstützungsbedarfe für ein erfolgreiches Lehren und Lernen mit digitalen Medien gemäß dem Medienkompetenzrahmen NRW aus der Sicht von Schulleitungen und Lehrkräften aller Schulformen, -stufen und Fächergruppen gesehen werden und ob und inwiefern sich die verschiedenen Fächergruppen im digitalisierungsbezogenen Umsetzungsprozess voneinander unterscheiden. Exemplarisch wird darüber hinaus vertiefend das Unterrichtsfach Pädagogik als ein Fach in den Blick genommen, dem in der gymnasialen Oberstufe ein großer Stellenwert zukommt, um Einblicke in die Arbeit mit dem Medienkompetenzrahmen NRW in der Sekundarstufe II zu erhalten. Zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 sind Einschätzungen von 79 Schulleitungen und 231 Lehrkräften an 96 Schulen in NRW umfassend über qualitative (Interviews) und quantitative (Onlinebefragung) Daten erfasst worden, die sich derzeit in der Auswertung befinden.

Weitere Informationen finden Sie u.a. hier.

Projektteam: Jun.-Prof. Dr. Alexander Martin (Universität zu Köln), Dr.in Sabrina Förster (Universität zu Köln), Ilham Toumi (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Birgit Eickelmann (Schulpädagogik, Universität Paderborn), Prof. Dr. Bardo Herzig (Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik, Universität Paderborn)

Kooperationspartnerin: Dr.in Julia Suckut (DiLLu-Projekt, Universität zu Köln)

Projektdauer: 2020-2022

Projektpublikationen (Auswahl):

Martin, A. & Förster S. (2021, in prep.). Findings on digital education in school subjects in the state of North Rhine-Westphalia – empirical analyzes in the FaBidi project. In State Chancellery NRW (Eds.), Scientific and administrative statements within the framework of the trilateral cooperation ('Weimar Triangle') Germany, France and Poland. Düsseldorf.


Ganztag-digital - Digitale Medien und Medienbildung in der sozialen Welt der Ganztagsschule

In der Bildungsforschung wird verstärkt gezeigt, dass die Digitalisierung Entgrenzungsprozesse befördert, die eine Dezentralisierung von Lernorten zur Folge hat. Dies ermöglicht einen flexiblen Einsatz von Zeit, differenzierte Formen von Präsenz sowie neue Zugänge zu Wissen. Die Ganztagsschule, in der stärker als in herkömmlichen Halbtagsschulen das Zusammenspiel von formaler, non-formaler und informeller Bildung zum Tragen kommt, soll in diesem Projekt exemplarisch zeigen, wie sich Bildungskontexte verzahnen lassen, sodass eine kontextübergreifende Medienbildung möglich wird. Das Projekt verfolgt hierfür einen Mixed-Methods-Ansatz und untersucht sowohl die Angebotsebene (Schulleitung & Lehrkräfte), die Kooperationsebene (Regionales Bildungsnetzwerk) als auch die Aneignungsebene (Schüler*innen) mit Hilfe von qualitativen Interviews, Medientagebüchern sowie einer längsschnittlichen quantitativen Fragebogenstudie. Bedingt durch die anhaltende Pandemie und die Schulschließungen mussten die Befragungen strategisch umgeplant und – passend zum Projektnamen – ganz digital erhoben werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof.in Dr.in Angela Tillmann (Technische Hochschule Köln), Prof. Dr. Kai-Uwe Hugger (Universität zu Köln), Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar (Universität zu Köln), Prof. Dr. Ivo Züchner (Universität Marburg) & Dr. Harald Gapski (Grimme Institut), Ellen Witte (Technische Hochschule Köln), Denise Gühnemann (Technische Hochschule Köln), Hannah R. Jäkel (Universität Marburg), Ronja Delbrouck (Universität Marburg), Robin Hofmann (Universität Marburg), Alena Bührer (ehem. Universität zu Köln), Jennifer V. Meier (Universität zu Köln), Hanna Kerojoki (Universität zu Köln), Josephine A. Noel (Universität zu Köln), Monika Elias (Grimme Institut)

Projektdauer: 2019-2020

Projektpublikationen (Auswahl):

Hugger, K., Tillmann, A., Kaspar, K., Züchner, I., Gapski, H., Bührer, A., Groen, M., Schäfer, F., Meier, J. V., Jäkel, H., & Klann, S. (2020). Medienbildung in der Ganztagsschule: Eine theoretische Konzeptualisierung der Ermöglichung von Bildung mit und über digitale Medien im Zusammenspiel der Bildungskontexte. In K. Kaspar, M. Becker-Mrotzek, S. Hofhues, J. König, & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule und Digitalisierung (S. 408-413). Münster: Waxmann. Download


DOCommunication - Schlüsselkompetenz Erstgesprächsführung: Ein Game-Based Training für die Arzt-Patient-Kommunikation

In Erstgesprächen sollen Ärzt*innen den Konsultationsgrund und die Lebenswirklichkeit von Patient*innen kennenlernen, um deren individuelle Ängste und Hoffnungen nachzuvollziehen und eine gute Basis für eine vertrauensvolle und effektive Beziehung aufzubauen. Insofern stellt das Führen eines erfolgreichen Erstgesprächs eine Schlüsselkompetenz dar.
Um diese ärzt*innenliche Gesprächsführungskompetenz zu fördern, wurde im Projekt DOCommunication eine Game-based Learning-Umgebung entwickelt. Studierende können dabei in die Rolle eines Arztes/einer Ärztin schlüpfen und Erstgespräche mit unterschiedlichen Patient*innen spielerisch trainieren. DOCommunication bietet in jeder Situation diverse Handlungsoptionen, sodass der Gesprächsverlauf direkt vom Verhalten der Studierenden abhängt. Dies ermöglicht – ähnlich wie in interaktiven Filmen – ein mehrmaliges spielerisches Durchlaufen eines Erstgespräches zur Förderung der Kommunikationsexpertise. Die Entwicklung dieses immersiven Systems wurde flankiert durch ein iteratives Usability-Testing und die Berücksichtigung von Forschungsergebnissen zur Wirksamkeit von interaktiven Lernumgebungen.
DOCommunication kann als Selbstlernmodul genutzt werden und in unterschiedliche Lehr-/Lernkontexte integriert werden, z. B. zur Vorbereitung auf Lehrveranstaltungen, als Material für eine interaktive videobasierte Fallanalyse in Lehrveranstaltungen und nach Lehrveranstaltungen zur Vertiefung oder Reflexion der ärztlichen Gesprächsführung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage oder hier.

Projektteam: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar (Universität zu Köln), Prof. Dr. Christian Albus (Universität zu Köln), Dr. Rainer Weber (Universität zu Köln), Marco Rüth (Universität zu Köln), Nicolas-Alexander Seiffert (Universität zu Köln)

Projektdauer: 2017-2019


Forschungsreihe „Youtuber-Videos, Peers und politische Orientierung von Jugendlichen“

Die Forschungsreihe untersuchte den Zusammenhang zwischen Social Media-Angeboten, Peer-Kommunikation und politischer Orientierung von Jugendlichen. Zielsetzung war es, durch qualitative sowie quantitative Studien zu untersuchen, in welcher Art und Weise Webvideos von YouTuber*innen und ihre kommunikative Thematisierung in der Peer-Group beeinflussen, wie sich Jugendliche über Politik informieren und wie sich ihre politischen Orientierungen entwickeln. Die Forschungsreihe bewegt sich dabei im Schnittfeld von Jugend- bzw. Peerforschung, Medienforschung, Mediensozialisationsforschung und Politischer Kommunikationsforschung. Die zentralen Projektpublikationen geben einen Einblick in ein bisher unzureichend abgedecktes Forschungsfeld mit bedeutsamen Implikationen für eine kritische Medienbildung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar (Universität zu Köln), Prof. Dr. Kai-Uwe Hugger (Universität zu Köln), Lars Gräßer (Grimme-Institut), Lea Braun (Universität zu Köln), Tine Nowak (Universität zu Köln), Christian Noll (Universität zu Köln), Daniel Zimmermann (Universität zu Köln)

Projektdauer: 2017-2020

Projektpublikationen (Auswahl):

Hugger, K., Braun, L. M., Noll, C., Nowak, T., Gräßer, L., Zimmermann, D., & Kaspar, K. (2019). Zwischen Authentizität und Inszenierung: Zur medienkritischen Einschätzung informationsorientierter YouTuber*innen-Videos durch Jugendliche. In F. von Gross, & R. Röllecke (Hrsg.), Instagram und YouTube der (Pre-) Teens– Inspiration, Beeinflussung, Teilhabe. München: kopaed: München.

Zimmermann, D., Noll, C., Gräßler, L., Hugger, K.-U., Braun L. M., Nowak, T., & Kaspar, K. (2020). Influencers on YouTube: A quantitative study on young people's use and perception of videos about political and societal topics. Current Psychology, 1-12. Advance Online Publication. Download


Hybrides problembasiertes Lernen strukturiert nach dem Parallel Curriculum

Das Lehrinnovationsprojekt besteht aus einem hybriden Seminar mit E-Learning- und Präsenzphasen, das problembasiertes Lernen (PBL) nutzt. Ausgehend von einem Problem erarbeiten die Studierenden kooperativ und weitgehend selbstgesteuert schriftliche Lösungsvorschläge und werden dabei in abnehmendem Maß durch Lehrpersonen und Materialien unterstützt. Die Informationsangebote auf der Lernplattform der Hochschule werden nach einer Adaption des Parallel Curriculum aufbereitet, um eine nachvollziehbare hypermediale Struktur der Lernmaterialien zu schaffen und dabei anwendungs- und identitätsrelevante Aspekte einzubeziehen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Dr.in Silke Marchand (Universität zu Köln), Charlotte Kutsch

Projektdauer: 2020-2022

copyright: Stifterverband

ProdiViS - Förderung der professionellen Wahrnehmung in digitalen, videobasierten Selbstlernmodulen

An drei Verbundstandorten (Universität zu Köln, Universität Münster, Freie Universität Berlin) sollen drei aufeinander bezogene digitale, videobasierte Selbstlernmodule zur Schulung der professionellen Wahrnehmung der Klassenführung entwickelt und evaluiert werden. Mit den Selbstlernmodulen kann eine basale professionsbezogene Kompetenz in praxisvorbereitenden und -begleitenden Studienphasen des Lehramtsstudiums flexibel und adaptiv gefördert werden. Das am Standort Köln zu entwickelnde Selbstlernmodul fokussiert dabei auf fachunabhängige Schlüsselmomente der Klassenführung. Die Selbstlernmodule umfassen mehrere Modulbausteine mit folgendem mediendidaktischen Aufbau: Jeder Modulbaustein beginnt mit einem Tutorial zur Teilthematik, an das videobasierte Aufgaben zur professionellen Wahrnehmung anknüpfen, zu deren Lösung die Nutzer*innen Feedback erhalten. Dabei adressiert der Standort Köln mehrere Phasen der Klassenführung: Situationswahrnehmung und -interpretation sowie Entscheidungsfindung.
Der aktuelle Arbeitsschwerpunkt für die Umsetzung des Teilvorhabens in Köln liegt auf der inhaltlichen Validierung von theoretisch fundierten Unterrichtsskripten, die Schlüsselmomente der Klassenführung darstellen, und der Entwicklung der Items zur Erfassung klassenführungsrelevanter Kompetenzen und (quasi-)experimentelle Studien. Die Unterrichtsskripte dienen als Grundlage für die Entwicklung animierter Videos, die in einem weiteren Schritt in das Selbstlernmodul integriert werden. Die Selbstlernmodule aller Verbundpartner*innen sollen über ein Metavideoportal disseminiert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar (Universität zu Köln), Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln), Sara Salzmann (Universität zu Köln), Zara Mansius (Universität zu Köln), Charlotte Walther, Lara Suchanek

Projektdauer: 2020-2022


ZuS-Transfer – Heterogenität und Inklusion gestalten: Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung – Teilprojekt Media Labs

Die Media Labs entwickeln und beforschen Maßnahmen zur Förderung digitaler Bildung. Zentrale Inhalte bilden das Lernen mit Unterrichtsvideos und digitalen Selbstlernmodulen. So wird die etablierte ViLLA-Datenbank (villa.uni-koeln.de) mit Unterrichtsvideos und videogestützten Selbstlernmodulen im Rahmen einer universitätsübergreifenden Kooperation an das Meta-Videoportal (unterrichtsvideos.net) angeschlossen und die Lernwirksamkeit von Unterrichtsvideos evaluiert. Außerdem werden Manuale zur Unterrichtsvideographie (ViLLA) und zur Erfassung der visuellen Wahrnehmung in Lehr- und Lernsituationen mittels mobiler Eye-Tracking-Technik (ProPerception) konzipiert, pilotiert und fachspezifische adaptiert.

Ein zentrales digitales Selbstlernmodul der Media Labs stellt die eigens entwickelte Quiz-App Quizard dar (quizard.uni-koeln.de). Nachdem in den Media Labs die Lernwirksamkeit quizbasierten Lernens nachgewiesen werden konnte, wird dieses Quizspiel zum Einsatz in der Lehre universitätsweit verfügbar gemacht. Mit Quizard bieten die Media Labs ein spielerisches und mobiles Lernwerkzeug an, das die digitale Lehre an der Universität zu Köln unterstützen kann.

Damit verfolgen die Media Labs insgesamt eine langfristige Verankerung der genannten Konzepte und integrieren zwecks Nachhaltigkeit und Optimierung mehrere ehemals eigenständige Projekte (vgl. Zwei-Jahresbericht 2018/2019).

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar, Charlotte Kramer, Marco Rüth, Esther Fichtl, Franziska Iwan

Projektdauer: 2019 - 2023 (2. Förderphase)

Projektpublikationen (Auswahl):

Kramer, C., König, J., Strauß, S., & Kaspar, K. (2020). Classroom videos or transcripts? A quasi-experimental study to assess the effects of media-based learning on pre-service teachers’ situation-specific skills of classroom management. International Journal of Educational Research, 103, Article 101624. https://doi.org/10.1016/j.ijer.2020.101624

Rüth, M., Breuer, J., Zimmermann, D., & Kaspar, K. (2021). The effects of different feedback types on learning with mobile quiz apps. Frontiers in Psychology, 12, Article 665144. https://dx.doi.org/10.3389%2Ffpsyg.2021.665144


InDigO - Inklusion und Digitalisierung im OER-Format lernen, weiterentwickeln und verbreiten

In diesem Jahr ist das nordrhein-westfälische Landesportal für Studium und Lehre, „Open Resources Campus NRW“ (ORCA.nrw), eröffnet worden, welches qualitätsgeprüfte Angebote für das digital gestützte Lehren und Lernen an Hochschulen bereitstellt. In verschiedenen Förderlinien des Landes NRW und in Kooperation mit der Digitalen Hochschule NRW entstehen momentan Inhalte im sogenannten „Open Educational Resources“- Format (OER), die demnächst über das Portal heruntergeladen, genutzt, verändert und in neuer Version durch andere Nutzer*innen wieder hochgeladen werden können. Um die Integration dieser Inhalte in die bildungswissenschaftliche Lehre zu untersuchen, ist ausgehend von der Universität Paderborn nun das Kooperationsprojekt „Inklusion und Digitalisierung im OER-Format lernen, weiterentwickeln und verbreiten“ (InDigO) gestartet. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) fördert das Initiativvorhaben, das unter der Konsortialführung der Universität Paderborn (Prof.in Dr.in Petra Büker und Prof.in Dr.in Gudrun Oevel) in Kooperation mit sechs weiteren lehrer*innenbildenden Hochschulen des Landes NRW durchgeführt wird, für die nächsten zwei Jahre mit rund einer Million Euro. Beteiligt sind neben Paderborn und Bielefeld (Prof.in Dr.in Anna-Maria Kamin) Bildungswissenschaftler*innen der Universitäten Dortmund, Duisburg-Essen, Köln, Siegen und Wuppertal sowie die ORCA.nrw-Geschäftsstelle an der Ruhr Universität Bochum. Für die Universität Köln nimmt der Arbeitsbereich Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe (Prof.in Dr.in Petra Hanke und Dr.in Bernadette Bernasconi) am Projekt teil.

In diesem Kooperationsprojekt soll beispielhaft gezeigt werden, wie und unter welchen Voraussetzungen Lehrende in den Studiengängen für die Lehrämter für Grundschulen, für Sonderpädagogische Förderung sowie für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen die über ORCA.nrw frei zugänglichen Ressourcen zu den Themen Inklusion und inklusive Medienbildung in ihre Lehre einbinden können. Im Projekt werden sogenannte „Learning Communities“ im Sinne von universitätsübergreifenden Kooperationen von Lehrenden und Studierenden gebildet. Lehramtsstudierende bearbeiten in Teams die auf ORCA.nrw verfügbaren OER-Materialien zur Förderung von inklusions- und gleichzeitig digitalisierungsbezogenen Kompetenzen und entwickeln diese weiter. Über öffentliche Tagungen und eine Vernetzung mit Projekten zur Digitalisierung in der Lehrer*innenbildung sollen die Projektergebnisse breit diskutiert und in ein nachhaltiges Nutzungskonzept überführt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof.in Dr.in Petra Büker (Universität Paderborn) und Prof.in Dr.in Gudrun Oevel (Universität Paderborn)

Kooperationspartner*innen: Prof.in Dr.in Anna-Maria Kamin (Universität Bielefeld), Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Universität Siegen, Bergische Universität Wuppertal, ORCA.nrw-Geschäftsstelle (Ruhr Universität Bochum), Prof.in Dr.in Petra Hanke (Universität zu Köln), Dr.in Bernadette Bernasconi (Universität zu Köln).

Projektdauer: 2022-2023