zum Inhalt springen

IZeF-FG Kompetenzmessung

(Sprecher: Prof. Dr. Johannes König)

In der IZeF-FG Kompetenzmessung befinden sich folgende Forschungsprojekte:


Kompetenzen von Lehrer*innen sind in den vergangenen zehn Jahren zunehmend zum Gegenstand der empirischen Bildungsforschung geworden. Ihre empirische Erfassung ist von grundlegender Bedeutung, zum Beispiel

  • zur Prüfung von Annahmen zur Funktion der Lehrer*innenbildung, zukünftige Lehrer*innen auf ihren Beruf vorzubereiten,
  • zur Analyse, welche Kompetenzen auf Seite von Lehrer*innen nötig sind, um qualitätsvollen Unterricht zu halten und das Lernen sowie die Persönlichkeitsentwicklung von Schüler*innen zu unterstützen sowie
  • für die Arbeit an einer empirisch gestützten Theorie zum Lehrer*innenberuf und zur Lehrer*innenbildung.

Darüber hinaus wird die Wichtigkeit, Kompetenzen angehender Lehrkräfte zu messen, derzeit durch globale Entwicklungen, wie eine zunehmende Output-Steuerung in Bildungssystemen, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie der Internationalisierung der tertiären Bildung, zusätzlich verstärkt. Vor diesem Hintergrund setzt die IZeF-FG Kompetenzmessung Schwerpunkte in zwei Bereichen: (1) Projekte, die grundsätzlich an Konzeptualisierungen zur professionellen Kompetenz von Lehrer*innen arbeiten, Kompetenzmodelle entwickeln und darauf aufbauend auf eine Messung mithilfe testdiagnostischer Verfahren zielen. (2) Ferner untersuchen einige der Projekte auch Annahmen zur Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung unter Verwendung von Ansätzen der Kompetenzmessung oder analysieren, welche Bedeutung die Kompetenzen von Lehrer*innen für die Qualität ihres Unterrichts und das Lernen der Schüler*innen besitzen. Den Projekten liegt ein Verständnis professioneller Kompetenzen von Lehrer*innen zugrunde, wie es derzeit in der empirischen Bildungsforschung vielfach Verwendung findet: Kompetenzen von Lehrer*innen werden dabei vor allem definiert als die bei ihnen verfügbaren oder von ihnen erlernbaren kognitiven Fähig- und Fertigkeiten, die zur Lösung bestimmter Probleme und Aufgaben in ihrem Beruf nötig sind. Kompetenzen stellen Konstrukte dar, die anhand von Testinstrumenten operationalisiert und somit auch gemessen werden können. Hier spielen Aspekte des professionellen Wissens von Lehrer*innen eine tragende Rolle, aber auch spezifische, situationsbezogene Merkmale, wie ihre professionelle Wahrnehmung von typischen Unterrichtssituationen und ihre Fähigkeiten zur Analyse und Interpretation solcher Situationen. Doch nicht nur kognitive Merkmale, sondern auch affektiv-motivationale Merkmale bilden den Forschungsgegenstand, wie beispielsweise die Motivation für den Lehrer*innenberuf oder Überzeugungen von Lehrkräften zum Lehren und Lernen in der Schule. Die so definierten Kompetenzmerkmale werden stets im funktionalen Zusammenhang zur erfolgreichen Bewältigung von beruflichen Anforderungen betrachtet und begründet – insbesondere zum Unterrichten als die Kerntätigkeit von Lehrer*innen.


FKS - Fachlich kompetent im Seiteneinstieg: Wissenschaftliche Begleitstudie zu angehenden Lehrkräften für Deutsch und Mathematik im Vorbereitungsdienst in NRW

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Studie „Fachlich kompetent im Seiteneinstieg“ steht ein Format des Seiteneinstiegs im Vorbereitungsdienst in NRW, das für die Schulformen Grundschule und Sekundarstufe I als Berufsbegleitender Vorbereitungsdienst nach OBAS (Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteiger:innen und der Staatsprüfung) erfolgt. Dabei durchlaufen angehende Lehrkräfte einen 24 Monate dauernden, Berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst, den sie mit einer Staatsprüfung abschließen. Der Qualifizierungsweg sieht vor, dass eine Lehramtsbefähigung erworben wird, die dem entsprechenden Qualifizierungsweg einer grundständigen Lehramtsausbildung gleichgestellt ist.
Aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich die übergeordnete Frage, inwieweit die beiden Wege der Qualifizierung angehender Lehrkräfte – über die grundständige und über die nicht-grundständige Ausbildung – hinsichtlich zentraler Aspekte vergleichbar sind. Das gewählte Studiendesign bezieht eine Kohorte von Seiteneinsteiger*innen ein, deren Planstellen zum berufsbegleitenden Seiteneinstieg zum 01.05.2024 beginnen. Bei einer Dauer von 24 Monaten (OBAS §7(1)) ist eine Staatsprüfung bis 30.04.2026 vorgesehen. Als Vergleich dient jene Kohorte angehender Lehrkräfte des grundständigen Lehramts, die zum 01.11.2024 in den Vorbereitungsdienst eintreten und deren Staatsprüfung ebenfalls bis 30.04.2026 vorgesehen ist.
Im Fokus steht eine vergleichende Analyse bezüglich möglicher Unterschiede im Kompetenzaufbau von Seiteneinstieg vs. grundständiger Ausbildung, wobei folgenden Fragen nachgegangen wird:

  • Unterscheiden sich Seiteneinsteiger*innen in zentralen Kompetenzaspekten zu Beginn und im weiteren Verlauf des Vorbereitungsdiensts von Lehramtsanwärter*innen der grundständigen Ausbildung? 
  • Wie erleben Seiteneinsteiger*innen den Wechsel in die Schule mit Blick auf ihre persönliche Entwicklung?
  • Wie erleben sie die berufsbegleitende Ausbildung als Lerngelegenheit für den Lehrberuf?

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle der beiden IZeF Forschungsgruppen Sprachliche Bildung und Komptenzmessung und wird deshalb an beiden Stellen aufgeführt.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln)

Mitarbeiter*innen: Sandra Heine (Universität zu Köln), Lilith Voeth (Universität zu Köln)

Kooperationsparter*innen: Prof.in Dr.in Petra Hanke (Universität zu Köln), Prof. Dr. Jörg Jost (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Universität Hamburg), Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität zu Köln)

Förderung: Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW

Projektdauer: 2024 - 2026


TCM – Professionelle Kompetenz von Lehrkräften für effektive Klassenführung

Klassenführung bezieht sich auf instruktional-organisatorische Handlungen von Lehrkräften zur Herstellung von Ordnung und effektiver Zeitnutzung im Unterricht. Meta-Analysen belegen die positiven Wirkungen effektiver Klassenführung auf Lernergebnisse von Schüler*innen. In Deutschland und in der Schweiz wie auch in anderen Ländern weltweit existieren Erwartungen gegenüber der Lehrer*innenbildung, angehende Lehrkräfte auf professionelle Herausforderungen der Klassenführung vorzubereiten. Berufseinsteigende sind jedoch oft stark gefordert: Sie berichten, dass Klassenführung für sie eine der größten Schwierigkeiten darstellt und sie sich nicht notwendigerweise gut darauf vorbereitet fühlen. In dieser Hinsicht bestehen hohe, teils unerfüllte Erwartungen an die Lehrer*innenbildung. Das Projekt zielt auf die Generierung neuer Erkenntnisse zur „professionellen Kompetenz von Lehrkräften für eine effektive Klassenführung“ (teacher professional competence for effective classroom management, TCM).
Dabei werden Klassenführungskompetenzen angehender Lehrkräfte der Sekundarstufe in ausgewählten regionalen Kontexten in Deutschland sowie in der Schweiz (dort auch angehende Primarlehrpersonen mit einer Lehrberechtigung für die 5. Klasse) empirisch untersucht, um einen Beitrag zu den Diskursen der Lehrer*innenbildung sowie des Berufseinstiegs zu leisten.

Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Rahmen einer Lead-Agency-Vereinbarung zwischen Deutschland und der Schweiz. Die vergleichende Betrachtung, welche über Kooperationen auch auf einen regionalen Kontext in Österreich erweitert wird, ermöglicht wichtige zusätzliche Einblicke in die Wirksamkeit von Lehrer*innenbildung.

Zentrale Fragestellungen lauten:

  1. Welche Klassenführungskompetenzen von Lehrkräften liegen am Ende ihrer Ausbildung und nach dem Berufseinstieg (d.h. ein Jahr später) vor?
  2. Welche Lerngelegenheiten hatten die Lehrkräfte mit Blick auf Klassenführung während ihrer Ausbildung und welche Lerngelegenheiten (u.a. Unterstützung, Herausforderungen) bietet der Berufseinstieg?
  3. Wie wirken die Lerngelegenheiten sowohl aus der Ausbildung wie auch während des Berufseinstiegs auf mögliche Kompetenzzuwächse in der Klassenführung?

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln), Prof. Dr. Christian Brühwiler (Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz), Dr. phil. Lena Hollenstein ((Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz)

Beteiligte: Assoz. Prof. Dr. Andreas Bach (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Assoz. Prof. Dr. Andreas Bach (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Mag. Dr. Michaela Katstaller (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Irina Sachs (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Rektor Prof. Dr. Horst Biedermann (Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz), Prof. Dr. Dominik Petko (Universität Zürich, Schweiz)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Schweizerischer Nationalfonds (SNF), Lead-Agency-Vereinbarung

Projektdauer: Beginn 2023

Projektspezifische Vorarbeiten (Auswahl von Publikationen):

Affolter, B., Hollenstein, L., & Brühwiler, C. (2017). Lerngelegenheiten in der Berufseinstiegsphase und der Zusammenhang mit pädagogisch-psychologischem Wissen von Lehrpersonen. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 35(3), 506-523. Download

Brühwiler, C. & Hollenstein, L. (2021). The contextualised measuring of general pedagogical knowledge and skills: Understanding its transition to effective teaching practice. In Ulferts, H. et al. (Eds.), Studying teaching as a knowledge profession: Advancing the TALIS Teacher Knowledge Survey (TKS) assessment module (pp. 52-64). OECD Publishing, Paris. Download

Brühwiler, C., Hollenstein, L., Affolter, B., Biedermann, H., & Oser, F. (2017). Welches Wissen ist unterrichtsrelevant? Validierung dreier Messinstrumente zur Erfassung des pädagogisch-psychologischen Wissens. Zeitschrift für Bildungsforschung, 7(3), 209-228. Download

König, J. (2015). Measuring classroom management expertise (CME) of teachers: A video-based assessment approach and statistical results. Cogent Education, 2(1), 991178. Download

König, J., & Kramer, C. (2016). Teacher professional knowledge and classroom management: On the relation of general pedagogical knowledge (GPK) and classroom management expertise (CME). ZDM - The International Journal on Mathematics Education, 48(1), 139-151. Download

König, J., Ligtvoet, R., Klemenz, S., & Rothland, M. (2017). Effects of opportunities to learn in teacher preparation on future teachers' general pedagogical knowledge: Analyzing program characteristics and outcomes. Studies in Educational Evaluation, 53, 122-133. Download

 


Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME)

Das Projekt Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME) steht im Kontext der BMBF-Förderrichtline Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung. Es zielt auf die Konzeptualisierung, Messung und Förderung der Diagnose- und Förderkompetenzen von Regelschullehrkräften für Mathematik der Sekundarstufe in Bezug auf inklusive Bildung.

In dem Projekt werden innovative Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt, die für drei Zielgruppen mit unterschiedlicher Expertise (Lehramtsstudierende im Master, Referendar*innen, Lehrpersonen) implementiert werden. Zur Messung von Fortbildungserfolgen werden spezifische Messinstrumente zur Diagnose- und Förderkompetenzen bzgl. inklusiver Bildung im Mathematikunterricht der Sekundarstufe entwickelt. Basierend auf den Evaluationsergebnissen werden Handreichungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt und disseminiert, die eine Implementation der Maßnahmen durch Dritte ermöglichen. Die Wirksamkeit der Intervention werden quasi-experimentell über ein Pre-Post-Design mit Wartekontrollgruppen überprüft, die in den durch die Projektleitung vertretenen Bundesländern Hamburg und Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden. Die Konzeptualisierung der Fortbildung und die Kompetenzmessung schließen an Vorarbeiten aus dem TEDS-Forschungsprogramm zur professionellen Kompetenz von Mathematiklehrkräften an und folgen Erweiterungen um das pädagogische Wissen für inklusiven Unterricht und seine Testung.

Von dem Vorhaben wird ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung professioneller Kompetenz von Mathematiklehrkräften bzgl. inklusiver Bildung erwartet. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König, (Standortverantwortlicher Köln, Verbundleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Standortverantwortliche Hamburg, Universität Hamburg), Prof. Dr. Nils Buchholtz (Projektleitung, Universität Hamburg), Prof. Dr. Benjamin Rott (Projektleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Conny Melzer (Projektleitung, Universität Leipzig)

Beteiligte: Natalie Ross (Universität Hamburg), Anton Bastian (Universität Hamburg), Christine Hirsch (Universität zu Köln), Sarah Strauß (Universität zu Köln)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderkennzeichen: 01NV2125A, -B

Projektdauer: 2022 - 2024

Projektpublikationen: Bisher gibt es noch keine Veröffentlichungen im Rahmen dieses Projekts.


TEDS-Validierung-Transfer

Mit dem Eintritt in die Schulpraxis stehen Lehrpersonen vor der Herausforderung, ihr im Studium erworbenes, deklaratives Wissen flexibel auf konkrete Unterrichtssituationen anzuwenden. Diesen Anwendungsprozess fokussiert das Konstrukt der professionellen Unterrichtswahrnehmung, welches zunehmend als zentrale Kompetenzkomponente von Lehrkräften berücksichtigt wird. Im Rahmen der Vorgängerprojekte TEDS-FU, TEDS-Unterricht und TEDS-Validierung wurden Messinstrumente zur Erfassung der professionellen Unterrichtswahrnehmung in Hinblick auf mathematikdidaktische sowie fächerübergreifende pädagogische Aspekte entwickelt und an berufstätigen Mathematiklehrkräften eingesetzt.
Das Verbundprojekt TEDS-Validierung-Transfer greift auf die Ergebnisse dieser Studien zurück und zielt in zweifacher Hinsicht auf einen Transfer: Erstens werden die entwickelten Testinstrumente erstmals an einer Stichprobe von angehenden Mathematiklehrkräften (Masterstudierenden) eingesetzt. Zweitens soll der Einfluss verlängerter schulpraktischer Phasen im Lehramtsstudium auf die professionelle Unterrichtswahrnehmung angehender Lehrkräfte geprüft werden. Dabei ist ein Vergleich unterschiedlich implementierter Praxisphasen an verschiedenen Hochschulstandorten intendiert. Zur Erfassung der professionellen Unterrichtswahrnehmung kommen in TEDS-Validierung-Transfer zwei Testinstrumente zum Einsatz: Je nach studierter Schulform bearbeiten die befragten Studierenden entweder einen Test mit Schwerpunkt Grundschule oder mit Schwerpunkt Sekundarstufe. In beiden Varianten sehen die Befragten kurze Videovignetten aus dem Mathematikunterricht und beantworten im Anschluss Fragen zu den dargebotenen Unterrichtssituationen. Der Studie liegt ein Prä-Post-Design zugrunde, d. h. die Testinstrumente werden vor und nach der Praxisphase eingesetzt. Dies geschieht an mehreren Hochschulstandorten verschiedener Bundesländer. Die Erhebungsphase des Projekts wird im Sommer 2021 abgeschlossen. Auf Basis der Daten können Skalierungsanalysen sowie Regressionsanalysen in Bezug auf Lerngelegenheiten im Lehramtsstudium und pädagogische Vorerfahrung erfolgen und die Wirksamkeit verschiedener Formate von Schulpraxis im Lehramtsstudium kann untersucht bzw. verglichen werden.
Letztlich ist intendiert, potenzielle Erkenntnisse der Studie zur Verbesserung der Lehrer*innenbildung nutzbar zu machen, insbesondere in Hinblick auf die Gestaltung schulpraktischer Lerngelegenheiten. TEDS-Validierung-Transfer wird in Kooperation mit den einschlägigen Projekten der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung an beiden Universitäten durchgeführt, d.h. ProfaLe an der Universität Hamburg und ZuS an der Universität zu Köln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Verbundleitung, Universität Hamburg, Australian Catholic University), Alina Alwast (Universität Hamburg), Natalie Ross (Universität Hamburg), Prof. Dr. Johannes König (Standortleitung, Universität zu Köln), Jonas Weyers (Universität zu Köln)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektdauer: 2020 - 2022


Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung Köln: Handlungsfeld Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung stellt eines von vier Handlungsfeldern des im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ geförderten Kölner Projekts „Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung Köln (ZuS) - Heterogenität und Inklusion gestalten“ dar. Die Gesamtkoordination der Qualitätssicherung ist in das IZeF integriert. Die Qualitätssicherung besteht aus vier Komponenten:

  1. Auf einer übergreifenden Ebene (Makro-Ebene) wird seit 2016 jährlich ein hochschulweites Bildungsmonitoring (Bilmo) zur Lehrer*innenbildung an der Universität zu Köln durchgeführt. Ziel ist es, ein umfassendes Bild über den Kompetenzerwerb während der gesamten Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln sowie weiterführend im Vorbereitungsdienst und in den ersten Berufsjahren zu erhalten. Fokussiert werden daher a) die Erfassung der Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden sowie Referendar*innen und Lehramtsanwärter*innen sowie b) die Erfassung von Lerngelegenheiten als Bedingungen der Kompetenzentwicklung. Thematisch werden die Bezugsdisziplinen Bildungswissenschaft und Fachdidaktik in den Erhebungen berücksichtigt sowie eine Reihe affektiv-motivationaler Kompetenzmerkmale wie z. B. Berufsmotivation und Karrierepläne, Überzeugungen und Einstellungen.

  2. Spezifische, innovative Maßnahmen werden auf einer Mikro-Ebene der Lehrer*innenbildung analysiert. Im Fokus stehen mediengestützte Lehr-Lern-Innovationen, etwa das Lernen mit Unterrichtsvideos mithilfe der ViLLA-Datenbank oder Lehrangebote zum Erwerb digitaler Kompetenzen. Darüber hinaus wurde die Koordination, der gegenseitige Austausch und die Diskussion von Evaluationen im Rahmen von Treffen beteiligter Akteure aus dem ZuS-Team unter Leitung des Handlungsfelds Qualitätssicherung ermöglicht.

  3. Um spezifische Innovationen im Kontext von ZuS wissenschaftlich untersuchen zu können, werden neue Kompetenztests entwickelt, mit denen spezifische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden erfasst werden können. Die Tests werden im Bildungsmonitoring (Punkt 1) wie auch bei Evaluationen auf der Mikro-Ebene (Punkt 2) verschiedentlich eingesetzt, um Lernergebnisse in der Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln abzuschätzen oder die Lernwirksamkeit einzelner innovativer ZuS-Maßnahmen zu analysieren. Die Schwerpunkte liegen in den Zieldimensionen von ZuS (Inklusion, Digitalisierung, Sprachliche Bildung) oder gehen darüber hinaus und betreffen z. B. das Forschende Lernen im Praxissemester.

  4. Verwertung und Dissemination: Die erhobenen Daten werden vom Team der Qualitätssicherung breit genutzt, aber auch weiteren Interessierten auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Ergebnisse werden breit disseminiert. Neben wissenschaftlichen Publikationen und Konferenzbeiträgen werden Erkenntnisse in Pressemitteilungen oder Berichten veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Johannes König (Handlungsfeldleiter), Franca Cammann, Krisitina Gerhard, Dr.in Daniela Jäger-Biela

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Pressemitteilungen und Informationen (Auswahl):

Projektdauer: 2019 - 2023 (2. Förderphase)

Projektpublikationen (Auswahl):

Cammann, F., Darge, K., Kaspar, K., & König, J. (2020). Forschendes Lernen in der Lehrer*innenbildung. Erfassung und Struktur von anwendungsbezogenem Methodenwissen als Aspekt studentischer Forschungskompetenz. In I. Gogolin, B. Hannover, & A. Scheunpflug (Hrsg.), Evidenzbasierung in der Lehrkräftebildung. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (Edition 4), 13-37. https://doi.org/10.1007/978-3-658-22460-8_2

Depaepe, F., & König, J. (2018). General pedagogical knowledge, self-efficacy and instructional practice: Disentangling their relationship in pre-service teacher education. Teaching and Teacher Education, 69, 177-190. Download PDF

Gerhard, K., Kaspar, K., Rüth, M., Kramer, C., Jäger-Biela, D. J., & König, J. (2020). Entwicklung eines Testinstruments zur Erfassung technologisch-pädagogischen Wissens von Lehrpersonen. In K. Kaspar, M. Becker-Mrotzek, S. Hofhues, J. König, & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule, Digitalisierung (S. 371-376). Münster: Waxmann. doi: https://doi.org/10.31244/9783830992462

König, J., Darge, K., & Kramer, C. (2020). Kompetenzentwicklung im Praxissemester: Zur Bedeutung schulpraktischer Lerngelegenheiten auf den Erwerb von pädagogischem Wissen bei Lehramtsstudierenden. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (Edition). Download PDF

Kramer, C., König, J., Strauß, S., & Kaspar, K. (2020). Classroom videos or transcripts? A quasi-experimental study to assess the effects of media-based learning on pre-service teachers' situation-specific skills of classroom management. International Journal of Educational Research, 103. Download PDF

König, J., Jäger-Biela, D., & Glutsch, N. (2020). Adapting to online teaching during COVID-19 school closure: Teacher education and teacher competence effects among early career teachers in Germany. European Journal of Teacher Education, 43(4), 608-622. Download PDF

König, J., Doll, J., Buchholtz, N., Förster, S., Kaspar, K., Rühl, A.-M., Strauß, S., Bremerich-Vos, A., Fladung, I., & Kaiser, G. (2018). Pädagogisches Wissen versus fachdidaktisches Wissen? Struktur des professionellen Wissens bei angehenden Deutsch-, Englisch- und Mathematiklehrkräften im Studium. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 21(3), 1-38. Download PDF

König, J., Gerhard, K., Melzer, C., Rühl, A.-M., Zenner, J., & Kaspar, K. (2017). Erfassung von pädagogischem Wissen für inklusiven Unterricht bei angehenden Lehrkräften: Testkonstruktion und Validierung. Unterrichtswissenschaft, 45(4), 223-242. Download