IZeF-FG Kompetenzmessung
(Sprecher: Prof. Dr. Johannes König)
Kompetenzen von Lehrer*innen sind in den vergangenen zehn Jahren zunehmend zum Gegenstand der empirischen Bildungsforschung geworden. Ihre empirische Erfassung ist von grundlegender Bedeutung, zum Beispiel
- zur Prüfung von Annahmen zur Funktion der Lehrer*innenbildung, zukünftige Lehrer*innen auf ihren Beruf vorzubereiten,
- zur Analyse, welche Kompetenzen auf Seite von Lehrer*innen nötig sind, um qualitätsvollen Unterricht zu halten und das Lernen sowie die Persönlichkeitsentwicklung von Schüler*innen zu unterstützen sowie
- für die Arbeit an einer empirisch gestützten Theorie zum Lehrer*innenberuf und zur Lehrer*innenbildung.
Darüber hinaus wird die Wichtigkeit, Kompetenzen angehender Lehrkräfte zu messen, derzeit durch globale Entwicklungen, wie eine zunehmende Output-Steuerung in Bildungssystemen, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie der Internationalisierung der tertiären Bildung, zusätzlich verstärkt. Vor diesem Hintergrund setzt die IZeF-FG Kompetenzmessung Schwerpunkte in zwei Bereichen: (1) Projekte, die grundsätzlich an Konzeptualisierungen zur professionellen Kompetenz von Lehrer*innen arbeiten, Kompetenzmodelle entwickeln und darauf aufbauend auf eine Messung mithilfe testdiagnostischer Verfahren zielen. (2) Ferner untersuchen einige der Projekte auch Annahmen zur Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung unter Verwendung von Ansätzen der Kompetenzmessung oder analysieren, welche Bedeutung die Kompetenzen von Lehrer*innen für die Qualität ihres Unterrichts und das Lernen der Schüler*innen besitzen. Den Projekten liegt ein Verständnis professioneller Kompetenzen von Lehrer*innen zugrunde, wie es derzeit in der empirischen Bildungsforschung vielfach Verwendung findet: Kompetenzen von Lehrer*innen werden dabei vor allem definiert als die bei ihnen verfügbaren oder von ihnen erlernbaren kognitiven Fähig- und Fertigkeiten, die zur Lösung bestimmter Probleme und Aufgaben in ihrem Beruf nötig sind. Kompetenzen stellen Konstrukte dar, die anhand von Testinstrumenten operationalisiert und somit auch gemessen werden können. Hier spielen Aspekte des professionellen Wissens von Lehrer*innen eine tragende Rolle, aber auch spezifische, situationsbezogene Merkmale, wie ihre professionelle Wahrnehmung von typischen Unterrichtssituationen und ihre Fähigkeiten zur Analyse und Interpretation solcher Situationen. Doch nicht nur kognitive Merkmale, sondern auch affektiv-motivationale Merkmale bilden den Forschungsgegenstand, wie beispielsweise die Motivation für den Lehrer*innenberuf oder Überzeugungen von Lehrkräften zum Lehren und Lernen in der Schule. Die so definierten Kompetenzmerkmale werden stets im funktionalen Zusammenhang zur erfolgreichen Bewältigung von beruflichen Anforderungen betrachtet und begründet – insbesondere zum Unterrichten als die Kerntätigkeit von Lehrer*innen.
In der IZeF-FG Kompetenzmessung befinden sich folgende Forschungsprojekte:
Teacher Education and Development Study – Inclusive Mathematics Education Transfer (TEDS-IME-Transfer)
Die wissenschaftliche Studie „Teacher Education and Development Study – Inclusive Mathematics Education Transfer (TEDS-IME-Transfer)“ widmet sich der Implementation und empirische Überprüfung einer Fortbildungsmaßnahme für Mathematiklehrkräfte zum inklusiven Unterricht in Deutschland. Die Fortbildung wurde im Vorgängerprojekt TEDS-IME entwickelt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit positiv evaluiert. Im Rahmen dieses Transferprojekts, das im Februar 2026 im Verbund der Universitäten Köln, Hamburg und Leipzig startet, wird die Maßnahme in ko-konstruktiven Entwicklungsprozessen mit Landesinstituten aus 13 Bundesländern durchgeführt. Die dadurch ermöglichte Passung zwischen der Maßnahme und den Fortbildungsprogrammen der Landesinstitute unterstützt deren nachhaltige Verankerung.
Die aus der Ko-Konstruktion resultierenden Prozesse (Fortbildung und Durchführung von Unterricht, Kompetenzzuwachs und Veränderung der Unterrichtsqualität) werden evaluiert, um wissenschaftliche Hinweise auf den Erfolg der Implementation zu gewinnen. Dazu werden sowohl Wirkungen auf Ebene der spezifischen Lehrkompetenz für inklusiven Mathematikunterricht (gemessen über Testergebnisse) als auch über die Messung der erreichten Unterrichtsqualität berücksichtigt. Die Ergebnisse dienen dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn im Bereich inklusiver Bildung, insbesondere hinsichtlich der Bedeutung von Fachlichkeit bei Lehrkompetenzen und Unterrichtsqualität, sowie mit Blick auf den Transfer und die Implementation von Forschungswissen über die Landesinstitute in die Praxis.
Projektleitung: Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Universität Hamburg), Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Conny Melzer (Universität Leipzig)
Mitarbeiter*innen: Prof. Dr. Nils Buchholz, Natalie Ross (Universität Hamburg), Prof.in Dr.in Silvia Schöneburg-Lehnert, Blia Braun (Universität Leipzig), Annalena Johnen (Universität zu Köln)
Förderung: BMBFSFJ - Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Projektdauer: 2026 – 2029
FKS - Fachlich kompetent im Seiteneinstieg: Wissenschaftliche Begleitstudie zu angehenden Lehrkräften für Deutsch und Mathematik im Vorbereitungsdienst in NRW
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Studie „Fachlich kompetent im Seiteneinstieg“ steht ein Format des Seiteneinstiegs an Grundschulen sowie Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (HRS-Ge) in Nordrhein-Westfalen nach der „Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigende und der Staatsprüfung (OBAS)“. Im Seiteneinstieg nach OBAS absolvieren angehende Lehrkräfte einen 24-monatigen, berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst, der mit der Staatsprüfung abgeschlossen wird. Ziel dieses Formats ist der Erwerb einer Lehramtsbefähigung, die derjenigen der grundständigen Lehramtsausbildung gleichgestellt ist. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich die übergeordnete Frage, inwieweit die beiden Wege der Qualifizierung angehender Lehrkräfte – über die grundständige und über die nicht-grundständige Ausbildung – hinsichtlich erworbener Kompetenzen und weiterer zentraler Faktoren vergleichbar ist. Im Fokus steht eine vergleichende Analyse, bei der folgende Fragen adressiert werden:
- Unterscheiden sich Seiteneinsteigende in zentralen Kompetenzaspekten zu Beginn und im weiteren Verlauf des Vorbereitungsdiensts von Lehramtsanwärter*innen (LAA) der grundständigen Ausbildung?
- Wie erleben Seiteneinsteigende den Wechsel in die Schule mit Blick auf ihre persönliche Entwicklung?
- Wie erleben sie die berufsbegleitende Ausbildung als Lerngelegenheit für den Lehrberuf?
Als relevante Kompetenzfacetten werden insbesondere das pädagogische Wissen, das fachliche und fachdidaktische Wissen in Deutsch und Mathematik sowie die Klassenführungs- und Unterrichtsplanungskompetenzen der angehenden Lehrkräfte in den Blick genommen. Neben den Kompetenztestungen werden auch bisherige Lerngelegenheiten und affektiv-motivationale Merkmale wie die lehrbezogene Selbstwirksamkeit oder das Beanspruchungserleben einbezogen. Die Studie weist ein Längsschnittdesign auf, bei dem jene Kohorte der Seiteneinsteigenden mit Ausbildungsstart im Mai 2024 mit mehreren Messzeitpunkten durch den Vorbereitungsdienst begleitet werden soll. Um die Stichprobengröße im HRS-Ge-Lehramt zu erhöhen, wird zudem die Kohorte im Seiteneinstieg HRSGe mit Ausbildungsstart im November 2024 einbezogen. Als Vergleich wird jeweils die Kohorte Lehramtsanwärter*innen einbezogen, die zeitgleich ihren Vorbereitungsdienst absolvieren. In 2025 wurden bereits vier der insgesamt sechs Messzeitpunkte über beide Kohorten hinweg erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt nahmen deutlich mehr als 1.000 angehende Lehrkräfte an den Erhebungen teil. Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle der IZeF-Forschungsgruppen Kompetenzmessung und Sprachliche Bildung. Ferner erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Emerging Group „Proving the Effectiveness of Teacher Education“.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.
Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle der beiden IZeF Forschungsgruppen Sprachliche Bildung und Komptenzmessung und wird deshalb an beiden Stellen aufgeführt.
Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln)
Mitarbeiter*innen: Sandra Heine (Universität zu Köln), Lilith Voeth (Universität zu Köln)
Kooperationsparter*innen: Prof.in Dr.in Petra Hanke (Universität zu Köln), Prof. Dr. Jörg Jost (Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Universität Hamburg), Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität zu Köln)
Förderung: Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW
Projektdauer: 2024 - 2026
TCM – Professionelle Kompetenz von Lehrkräften für effektive Klassenführung
Klassenführung bezieht sich auf instruktional-organisatorische Handlungen von Lehrkräften zur Herstellung von Ordnung und effektiver Zeitnutzung im Unterricht. In Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, wie auch in anderen Ländern weltweit, existieren Erwartungen gegenüber der Lehrer*innenbildung, angehende Lehrkräfte auf professionelle Herausforderungen der Klassenführung vorzubereiten. Berufseinsteigende sind jedoch oft stark gefordert: Sie berichten, dass Klassenführung für sie eine der größten Schwierigkeiten darstellt und sie sich nicht notwendigerweise gut darauf vorbereitet fühlen. Das Projekt zielt auf die Generierung neuer Erkenntnisse zur „professionellen Kompetenz von Lehrkräften für eine effektive Klassenführung“ (teachers‘ professional competence for effective classroom management, TCM). Dabei werden Klassenführungskompetenzen angehender Lehrkräfte der Sekundarstufe in ausgewählten regionalen Kontexten in Deutschland, der Schweiz (dort auch angehende Primarlehrpersonen mit einer Lehrberechtigung für die 5. Klasse) und Österreich empirisch untersucht, um einen Beitrag zu den Diskursen der Lehrer*innenbildung sowie des Berufseinstiegs zu leisten.
Das Projekt ist als Panelstudie angelegt und begleitet angehende Lehrkräfte bei ihrem Berufseinstieg. Durch dieses Längsschnitt-Design werden wertvolle Erkenntnisse darüber gewonnen, an welchem Punkt Junglehrkräfte im Laufe ihrer Ausbildung Klassenführungskompetenzen erwerben. Außerdem ist eine zentrale Fragestellung des Projekts, wie sich Lerngelegenheiten auf die Kompetenzentwicklung auswirken. Um noch genauer messen zu können, wann Kompetenzen erworben und vertieft werden sowie wann angehende Lehrkräfte welche Lerngelegenheiten haben (z. B. im Studium, im Vorbereitungsdienst oder erst im Berufseinstieg), wurden zum ersten Messzeitpunkt in Deutschland zusätzlich Masterstudierende am Ende ihres Studiums befragt.
Im Projektverbund wurden insgesamt drei Messinstrumente neu entwickelt: ein Instrument zur Messung deklarativen Wissens zur Klassenführung (DE), ein video-basierter Test zur Messung situationsspezifischer Kompetenzen (CH) und ein Instrument zur Messung von formellen Lerngelegenheiten (AT). Ergänzt werden diese Instrumente durch die Erfassung informeller Lerngelegenheiten, auch im Laufe des ersten Berufsjahrs.
Nachdem im März und April 2024 die Datenerhebungen des ersten Messzeitpunkts erfolgreich durchgeführt wurden, begannen in diesem Frühjahr bereits die Folgeerhebungen. Die Befragungen des ersten Messzeitpunkts erfolgten in Nordrhein-Westfalen vor Ort in ausgewählten Zentren für schulpraktische Lehrer*innenbildung (ZfsL), in denen die Lehramtsanwärter*innen am Ende ihres Vorbereitungsdienstes angetroffen wurden. Für den zweiten Messzeitpunkt stimmten in NRW über 80% der Proband*innen einer erneuten Kontaktaufnahme zu. Diese wurden zur Folgeerhebung eingeladen, sodass bei erneuter Teilnahme deren Klassenführungskompetenzen nach einem Jahr im Beruf im Sinne des Längsschnitts erfasst werden können.
Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF; Lead-Agency-Vereinbarung). Die vergleichende Betrachtung wird durch Kooperationen auch auf Regionen in Österreich erweitert.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.
Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln), Prof. Dr. Christian Brühwiler (Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz), Dr. phil. Lena Hollenstein ((Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz)
Beteiligte: Assoz. Prof. Dr. Andreas Bach (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Mag. Dr. Michaela Katstaller (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Irina Sachs (Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich), Rektor Prof. Dr. Horst Biedermann (Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz), Prof. Dr. Dominik Petko (Universität Zürich, Schweiz)
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Schweizerischer Nationalfonds (SNF), Lead-Agency-Vereinbarung
Projektdauer: 2023-2026
Projektspezifische Vorarbeiten (Auswahl von Publikationen):
Affolter, B., Hollenstein, L., & Brühwiler, C. (2017). Lerngelegenheiten in der Berufseinstiegsphase und der Zusammenhang mit pädagogisch-psychologischem Wissen von Lehrpersonen. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 35(3), 506-523. Download
Brühwiler, C. & Hollenstein, L. (2021). The contextualised measuring of general pedagogical knowledge and skills: Understanding its transition to effective teaching practice. In Ulferts, H. et al. (Eds.), Studying teaching as a knowledge profession: Advancing the TALIS Teacher Knowledge Survey (TKS) assessment module (pp. 52-64). OECD Publishing, Paris. Download
Brühwiler, C., Hollenstein, L., Affolter, B., Biedermann, H., & Oser, F. (2017). Welches Wissen ist unterrichtsrelevant? Validierung dreier Messinstrumente zur Erfassung des pädagogisch-psychologischen Wissens. Zeitschrift für Bildungsforschung, 7(3), 209-228. Download
König, J. (2015). Measuring classroom management expertise (CME) of teachers: A video-based assessment approach and statistical results. Cogent Education, 2(1), 991178. Download
König, J., Bach, A., Brühwiler, Chr., Heine, S., Hollenstein, L., Jochum, A., Katstaller, M., Sachs, I., Volk, S., & Biedermann, H. (2024). Professionelle Lehrkompetenz für eine effektive Klassenführung. Konzeption im Projekt TCM zur Untersuchung von Wirksamkeit der Lehrer:innenbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In J. König, Ch. Hanisch, P. Hanke, Th. Hennemann, K. Kaspar, M. Martens, & S. Strauß (Hrsg.), Auf die Lehrperson und ihren Unterricht kommt es an. Zehn Jahre empirische Professions- und Unterrichtsforschung im IZeF der Universität zu Köln (S. 31-54). Münster: Waxmann. Download
König, J., & Kramer, C. (2016). Teacher professional knowledge and classroom management: On the relation of general pedagogical knowledge (GPK) and classroom management expertise (CME). ZDM - The International Journal on Mathematics Education, 48(1), 139-151. Download
König, J., Ligtvoet, R., Klemenz, S., & Rothland, M. (2017). Effects of opportunities to learn in teacher preparation on future teachers' general pedagogical knowledge: Analyzing program characteristics and outcomes. Studies in Educational Evaluation, 53, 122-133. Download
Bilmo – das Lehrer*innen-Bildungsmonitoring an der Universität zu Köln als Fortführung des Handlungsfelds Qualitätssicherung im Kölner Projekt „Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung“
Das Lehrer*innen-Bildungsmonitoring (kurz: Bilmo) ist eine jährliche Befragung von Lehramtsstudierenden an der Universität zu Köln. Bereits seit 2016 werden ausgewählte Kohorten durch die Befragung begleitet. Bis 2023 wurde das Monitoring im Projekt Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS) durchgeführt, welches im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2015 gefördert wurde. Seit 2024 wird das Bildungsmonitoring unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Johannes König (Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften Professur für Empirische Schulforschung, Schwerpunkt quantitative Methoden) fortgeführt.
Themenschwerpunkte des Bilmo liegen vor allem auf der professionellen Kompetenz der angehenden Lehrkräfte (z. B. pädagogisches Wissen und Planungskompetenz), auf Lerngelegenheiten im Studium (z. B. behandelte Themen und Aktivitäten in der Schulpraxis) sowie auf individuellen Lernvoraussetzungen (z. B. Persönlichkeitseigenschaften, Abiturnote). Weiterführend setzt die Befragung Schwerpunkte auf relevante und aktuelle Themen in der Lehrer*innenbildung – beispielsweise Inklusion, Digitalisierung und psychische Gesundheit.
Die Ergebnisse der Befragung werden als Grundlage für wissenschaftliche Veröffentlichungen genutzt und bieten darüber hinaus wichtige Einblicke für alle Akteur*innen in der Lehrer*innenbildung an der Universität zu Köln. Insbesondere werden Erkenntnisse darüber gewonnen, wie sich Kompetenzen von Lehramtsstudierenden über das Studium hinweg verändern und welche Bedingungen dabei eine Rolle spielen. So liegen zum Beispiel Ergebnisse zu Wirkungen des Praxissemesters und zu Forschendem Lernen der Lehramtsstudierenden, zum Erwerb von professionellem Wissen und Überzeugungen für inklusive Bildung und Erziehung, zu Unterrichtsplanungskompetenzen sowie zum technologisch-pädagogischen Wissen im Kölner Lehramtsstudium vor.
Durchlauf des Bilmos im Sommersemester 2026: Das Bilmo 2026 wird als Online-Befragung durchgeführt und richtet sich an Lehramtsstudierende im 4. Bachelorsemester und im 4. Mastersemester.
Schwerpunkte der Befragung liegen u. a. auf:
- Kompetenzerwerb im Studium
- Psychische Gesundheit
- Umgang mit Desinformation und Hate Speech im Unterricht
- (Qualität von) Lerngelegenheiten im Studium (Fokus im Bachelor)
- Digitalisierung (Fokus im Master)
Unterstützen Sie uns durch Ihre Teilnahme!
Sie studieren Lehramt im 4. Semester Bachelor (Bildungswissenschaften) oder 4. Semester Master (Bildungswissenschaften)?
Dann helfen Sie uns, die Lehrkräfteausbildung maßgeblich zu verbessern!
Den Link zur Teilnahme erhalten Sie am 13.04.2026 automatisch per Mail an Ihren S-Mail-Account.
Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.
Kontakt: Jonas Weyers
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Pressemitteilungen und Informationen (Auswahl):
- Vorstellung des Handlungsfelds Qualitätssicherung im Newsletter der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“
- Drei Jahre Bildungsmonitoring an der Universität zu Köln (Pressemitteilung)
- Lehramtsstudierende haben geringeres fachliches Selbstvertrauen durch Corona-Pandemie (Pressemitteilung)
- Kölner Lehramtsstudierende sind fachlich und pädagogisch gut, haben aber Bedarf an Lerngelegenheiten zu handlungsnahen Kompetenzen (Pressemitteilung)
Ergebnisberichte:
König, J., Jäger-Biela, D., Gerhard, K., Gottfried, K. & Weyers, J. (2023). Fachübergreifende und fachspezifische Kompetenzen der Absolvent*innen des Lehramtsstudiums im Sommersemester 2020 an der Universität zu Köln. Ergebnisse des ZuS – Lehrer*innen-Bildungsmonitorings. Forschungs- oder Projektbericht. Download
Wissenschaftliche Publikationen (Auswahl):
Gerhard, K., Jäger-Biela, D. J., & König, J. (2023). Opportunities to learn, technological pedagogical knowledge, and personal factors of pre-service teachers: Understanding the link between teacher education program characteristics and student teacher learning outcomes in times of digitalization. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 26, 653–676.
Heine, S., Krepf, M., Jäger-Biela, D. J., Gerhard, K., Stollenwerk, R., & König, J. (2023). Preservice teachers' professional knowledge for ICT integration in the classroom: Analysing its structure and its link to teacher education. Education and Information Technologies, 29, 11043–11075.
König, J., Gerhard, K., & Jäger-Biela, D. J. (2022). Practical learning opportunities and changes in teachers' self-efficacy beliefs: Does the development of bachelor student teachers' competence differ before and during COVID-19? Zeitschrift für Bildungsforschung, 12(2), 217–234.
König, J., Rothland, M., & Schaper, N. (Hrsg.). (2018). Learning to practice, learning to reflect? Springer.
König, J., Weyers, J., Hanke, P., & Jost, J. (2026). Development of teacher competence in lesson planning: Analyzing learning opportunities, pedagogical content knowledge, and planning skills.
Weyers, J., Ligtvoet, R., & König, J. (2024). How does pre-service teachers' general pedagogical knowledge develop during university teacher education? Examining the impact of learning opportunities and entry characteristics over five time points using longitudinal models. Journal of Curriculum Studies, 56(4), 448–467.
Weyers, J., Thomas, K., & König, J. (2026). Teacher professional competence as a multidimensional construct: Evaluating the effectiveness of university teacher education.
Dokumentationen/ Hintergrund-Informationen:
Jäger-Biela, D., Förster, S., Gerhard, K., Mühle, J., Voeth, L., & König, J. (2024). Heterogenität und Inklusion gestalten - Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS). Lehrer*innen-Bildungsmonitoring. Befragung von Lehramtsstudierenden und Referendar*innen. Studiendesign und Skalendokumentation Teil l: Messzeitpunkte 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021. Dokumentation. Download
Jäger-Biela, D., Gerhard, K., Mühle, J., Voeth, L., & König, J. (2024). Heterogenität und Inklusion gestalten - Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS). Lehrer*innen-Bildungsmonitoring. Befragung von Lehramtsstudierenden und Referendar*innen. Studiendesign und Skalendokumentation Teil ll: Messzeitpunkte 2022 und 2023. Dokumentation. Download
ComeMint
Der bundesländerübergreifende Verbund ComeMINT verfolgt das Ziel, prototypische, fachlich fundierte und digitalisierungsbezogene Fortbildungsangebote für MINT-Lehrkräfte und Multiplikator*innen forschungsbasiert zu entwickeln. Dabei werden evidenzgestützte Kriterien lernwirksamer Fortbildungen berücksichtigt – etwa Langfristigkeit, Möglichkeiten zum Austausch sowie zur Reflexion. Der Verbund besteht aus 14 Hochschulen, überwiegend lehrkräftebildenden Universitäten Nordrhein-Westfalens, und wird von der Universität Duisburg-Essen koordiniert.
Die Universität zu Köln ist mit ausgewählten Arbeitspaketen beteiligt und bringt ihre Expertise vor allem in zwei Bereichen ein:
Forschungsdatenmanagement (Schwerpunkt Beforschung)
Die Koordination des Forschungsdatenmanagements innerhalb des Verbunds erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr. Sebastian Becker-Genschow. Dabei werden Forschungsdaten und -ergebnisse systematisch zusammengeführt, aufbereitet und für die fächerübergreifende Analyse nutzbar gemacht.
Fachliche Kooperationsnetzwerke in Physik und Biologie
Vertreter*innen der Universität zu Köln engagieren sich im Rahmen der fachbezogenen Kooperationsnetzwerke ComeNet Physik (Prof. Dr. André Bresges) und ComeNet Biologie (Prof. Dr. Jörg Großschedl). Die ComeNets stehen für einen intensiven Austausch zwischen den beteiligten Hochschulen, mit dem Ziel, gemeinsame adaptive Fortbildungsangebote zu entwickeln.
Im Fach Biologie erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Matthias Wilde) und der PH Ludwigsburg (Prof. Dr. Steffen Schaal). Gemeinsam wird eine Online-Selbstlerneinheit zum Thema Digital und Binnendifferenziert: Das Potential digital gestufter Lernhilfen für den Biologieunterricht entwickelt. Die Fortbildung besteht aus mehreren Basis- sowie drei Aufbaumodulen, wobei sich die drei Aufbaumodule jeweils unterschiedlichen Kompetenzbereichen widmen:
Bewertung (Universität zu Köln)
Erkenntnisgewinnung (Universität Bielefeld)
Kommunikation (PH Ludwigsburg)
Im Fach Physik arbeiten neben der Universität zu Köln auch die Universitäten Tübingen (Prof. Dr. Jan-Philipp Burde), Paderborn (Prof. Dr. Josef Riese) und Bremen (Prof. Dr. Christoph Kulgemeyer) im ComeNet Physik zusammen. Gemeinsam entwickeln sie digitale Selbstlernmodule, die im Rahmen eines Massive Open Online Course (MOOC) angeboten und durch Präsenzveranstaltungen ergänzt werden.
Die Selbstlernmodule werden einmal im Jahr an der Universität zu Köln auf der gemeinsamen Fachtagung von ComeMINT und dem Verband zur Förderung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Unterrichtes MNU e.V. vorgestellt und in Workshops vertieft (https://come-mint.uni-koeln.de). Im Jahr 2025 hat der Landesvorstand der MNU Nordrhein beschlossen, die durch das Projekt ComeMINT etablierte Zusammenarbeit von Universitärer Lehrer*innenbildung, ZfSL und Schulleitungen über das Projekt hinaus durch jährliche Fachtagungen unter dem Titel „MINT Gestalten“ fortzusetzen. Auf Seiten der Universität zu Köln wird die jährliche Tagung von Prof. Dr. André Bresges geleitet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.
Projektleitung: Prof. Dr. Sebastian Becker-Genschow (Universität zu Köln, Forschungsdatenmanagement), Prof. Dr. Jörg Großschedl (Universität zu Köln, ComeNet Biologie), Prof. Dr. André Bresges (Universität zu Köln, ComeNet Physik),
Kooperationsparter*innen: Universität Duisburg-Essen (UDE), Universität Bielefeld, PH Ludwigsburg, Universität Tübingen, Universität Paderborn, Universität Bremen
Förderung: BMBFSFJ im Rahmen von NextGenerationEU
Projektdauer: 2023 - 2025
Projektpublikationen:
Karbstein, R., Brändle, M., Großmann, N., Großschedl, J., Gussen, L., Hering, M., Kleinert, S. I., Lohrsträter, R., Offermann, M., Otto, S., Schaldach, P., Sotiriadou, C., Sperling, N., Wilde, M., Zabel, S., Schaal, S. (2024). Digital gestufte Lernhilfen als Vehikel der digitalitätsbezogenen Lehrkräfte-Professionalisierung im Biologieunterricht. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik –LBzM, 24, 1–18. https://doi.org/10.21240/lbzm/24/12
Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME)
Das Projekt Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME) steht im Kontext der BMBF-Förderrichtline Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung. Es zielt auf die Konzeptualisierung, Messung und Förderung der Diagnose- und Förderkompetenzen von Regelschullehrkräften für Mathematik der Sekundarstufe in Bezug auf inklusive Bildung.
In dem Projekt werden innovative Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt, die für drei Zielgruppen mit unterschiedlicher Expertise (Lehramtsstudierende im Master, Referendar*innen, Lehrpersonen) implementiert werden. Zur Messung von Fortbildungserfolgen werden spezifische Messinstrumente zur Diagnose- und Förderkompetenzen bzgl. inklusiver Bildung im Mathematikunterricht der Sekundarstufe entwickelt. Basierend auf den Evaluationsergebnissen werden Handreichungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt und disseminiert, die eine Implementation der Maßnahmen durch Dritte ermöglichen. Die Wirksamkeit der Intervention werden quasi-experimentell über ein Pre-Post-Design mit Wartekontrollgruppen überprüft, die in den durch die Projektleitung vertretenen Bundesländern Hamburg und Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden. Die Konzeptualisierung der Fortbildung und die Kompetenzmessung schließen an Vorarbeiten aus dem TEDS-Forschungsprogramm zur professionellen Kompetenz von Mathematiklehrkräften an und folgen Erweiterungen um das pädagogische Wissen für inklusiven Unterricht und seine Testung.
Von dem Vorhaben wird ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung professioneller Kompetenz von Mathematiklehrkräften bzgl. inklusiver Bildung erwartet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.
Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König, (Standortverantwortlicher Köln, Verbundleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Standortverantwortliche Hamburg, Universität Hamburg), Prof. Dr. Nils Buchholtz (Projektleitung, Universität Hamburg), Prof. Dr. Benjamin Rott (Projektleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Conny Melzer (Projektleitung, Universität Leipzig)
Beteiligte: Natalie Ross (Universität Hamburg), Anton Bastian (Universität Hamburg), Christine Hirsch (Universität zu Köln), Sarah Strauß (Universität zu Köln)
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
Förderkennzeichen: 01NV2125A, -B
Projektdauer: 2022 - 2024
Projektpublikationen: Bisher gibt es noch keine Veröffentlichungen im Rahmen dieses Projekts.