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IZeF-FG Kompetenzmessung

(Sprecher: Prof. Dr. Johannes König)


Kompetenzen von Lehrer*innen sind in den vergangenen zehn Jahren zunehmend zum Gegenstand der empirischen Bildungsforschung geworden. Ihre empirische Erfassung ist von grundlegender Bedeutung, zum Beispiel

  • zur Prüfung von Annahmen zur Funktion der Lehrer*innenbildung, zukünftige Lehrer*innen auf ihren Beruf vorzubereiten,
  • zur Analyse, welche Kompetenzen auf Seite von Lehrer*innen nötig sind, um qualitätsvollen Unterricht zu halten und das Lernen sowie die Persönlichkeitsentwicklung von Schüler*innen zu unterstützen sowie
  • für die Arbeit an einer empirisch gestützten Theorie zum Lehrer*innenberuf und zur Lehrer*innenbildung.

Darüber hinaus wird die Wichtigkeit, Kompetenzen angehender Lehrkräfte zu messen, derzeit durch globale Entwicklungen, wie eine zunehmende Output-Steuerung in Bildungssystemen, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie der Internationalisierung der tertiären Bildung, zusätzlich verstärkt. Vor diesem Hintergrund setzt die IZeF-FG Kompetenzmessung Schwerpunkte in zwei Bereichen: (1) Projekte, die grundsätzlich an Konzeptualisierungen zur professionellen Kompetenz von Lehrer*innen arbeiten, Kompetenzmodelle entwickeln und darauf aufbauend auf eine Messung mithilfe testdiagnostischer Verfahren zielen. (2) Ferner untersuchen einige der Projekte auch Annahmen zur Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung unter Verwendung von Ansätzen der Kompetenzmessung oder analysieren, welche Bedeutung die Kompetenzen von Lehrer*innen für die Qualität ihres Unterrichts und das Lernen der Schüler*innen besitzen. Den Projekten liegt ein Verständnis professioneller Kompetenzen von Lehrer*innen zugrunde, wie es derzeit in der empirischen Bildungsforschung vielfach Verwendung findet: Kompetenzen von Lehrer*innen werden dabei vor allem definiert als die bei ihnen verfügbaren oder von ihnen erlernbaren kognitiven Fähig- und Fertigkeiten, die zur Lösung bestimmter Probleme und Aufgaben in ihrem Beruf nötig sind. Kompetenzen stellen Konstrukte dar, die anhand von Testinstrumenten operationalisiert und somit auch gemessen werden können. Hier spielen Aspekte des professionellen Wissens von Lehrer*innen eine tragende Rolle, aber auch spezifische, situationsbezogene Merkmale, wie ihre professionelle Wahrnehmung von typischen Unterrichtssituationen und ihre Fähigkeiten zur Analyse und Interpretation solcher Situationen. Doch nicht nur kognitive Merkmale, sondern auch affektiv-motivationale Merkmale bilden den Forschungsgegenstand, wie beispielsweise die Motivation für den Lehrer*innenberuf oder Überzeugungen von Lehrkräften zum Lehren und Lernen in der Schule. Die so definierten Kompetenzmerkmale werden stets im funktionalen Zusammenhang zur erfolgreichen Bewältigung von beruflichen Anforderungen betrachtet und begründet – insbesondere zum Unterrichten als die Kerntätigkeit von Lehrer*innen.

In der IZeF-FG Kompetenzmessung befinden sich folgende Forschungsprojekte:


Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME)

Das Projekt Teacher Education and Development Study - Inclusive Mathematics Education (TEDS-IME) steht im Kontext der BMBF-Förderrichtline Förderbezogene Diagnostik in der inklusiven Bildung. Es zielt auf die Konzeptualisierung, Messung und Förderung der Diagnose- und Förderkompetenzen von Regelschullehrkräften für Mathematik der Sekundarstufe in Bezug auf inklusive Bildung.

In dem Projekt werden innovative Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt, die für drei Zielgruppen mit unterschiedlicher Expertise (Lehramtsstudierende im Master, Referendar*innen, Lehrpersonen) implementiert werden. Zur Messung von Fortbildungserfolgen werden spezifische Messinstrumente zur Diagnose- und Förderkompetenzen bzgl. inklusiver Bildung im Mathematikunterricht der Sekundarstufe entwickelt. Basierend auf den Evaluationsergebnissen werden Handreichungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen entwickelt und disseminiert, die eine Implementation der Maßnahmen durch Dritte ermöglichen. Die Wirksamkeit der Intervention werden quasi-experimentell über ein Pre-Post-Design mit Wartekontrollgruppen überprüft, die in den durch die Projektleitung vertretenen Bundesländern Hamburg und Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden. Die Konzeptualisierung der Fortbildung und die Kompetenzmessung schließen an Vorarbeiten aus dem TEDS-Forschungsprogramm zur professionellen Kompetenz von Mathematiklehrkräften an und folgen Erweiterungen um das pädagogische Wissen für inklusiven Unterricht und seine Testung.

Von dem Vorhaben wird ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung professioneller Kompetenz von Mathematiklehrkräften bzgl. inklusiver Bildung erwartet. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König, (Standortverantwortlicher Köln, Verbundleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Standortverantwortliche Hamburg, Universität Hamburg), Prof. Dr. Nils Buchholtz (Projektleitung, Universität Hamburg), Prof. Dr. Benjamin Rott (Projektleitung, Universität zu Köln), Prof.in Dr.in Conny Melzer (Projektleitung, Universität Leipzig)

Beteiligte: Natalie Ross (Universität Hamburg), Jonas Weyers (Universität zu Köln), Anton Bastian (Universität Hamburg), Christine Hirsch (Universität zu Köln)

Projektdauer: 2022 - 2024

Projektpublikationen: Bisher gibt es noch keine Veröffentlichungen im Rahmen dieses Projekts.

Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung Köln: Handlungsfeld Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung stellt eines von vier Handlungsfeldern des im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ geförderten Kölner Projekts „Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung Köln (ZuS) - Heterogenität und Inklusion gestalten“ dar. Die Gesamtkoordination der Qualitätssicherung ist in das IZeF integriert. Die Qualitätssicherung besteht aus vier Komponenten:

  1. Auf einer übergreifenden Ebene (Makro-Ebene) wird seit 2016 jährlich ein hochschulweites Bildungsmonitoring (Bilmo) zur Lehrer*innenbildung an der Universität zu Köln durchgeführt. Ziel ist es, ein umfassendes Bild über den Kompetenzerwerb während der gesamten Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln sowie weiterführend im Vorbereitungsdienst und in den ersten Berufsjahren zu erhalten. Fokussiert werden daher a) die Erfassung der Kompetenzentwicklung von Lehramtsstudierenden sowie Referendar*innen und Lehramtsanwärter*innen sowie b) die Erfassung von Lerngelegenheiten als Bedingungen der Kompetenzentwicklung. Thematisch werden die Bezugsdisziplinen Bildungswissenschaft und Fachdidaktik in den Erhebungen berücksichtigt sowie eine Reihe affektiv-motivationaler Kompetenzmerkmale wie z. B. Berufsmotivation und Karrierepläne, Überzeugungen und Einstellungen.

  2. Spezifische, innovative Maßnahmen werden auf einer Mikro-Ebene der Lehrer*innenbildung analysiert. Im Fokus stehen mediengestützte Lehr-Lern-Innovationen, etwa das Lernen mit Unterrichtsvideos mithilfe der ViLLA-Datenbank oder Lehrangebote zum Erwerb digitaler Kompetenzen. Darüber hinaus wurde die Koordination, der gegenseitige Austausch und die Diskussion von Evaluationen im Rahmen von Treffen beteiligter Akteure aus dem ZuS-Team unter Leitung des Handlungsfelds Qualitätssicherung ermöglicht.

  3. Um spezifische Innovationen im Kontext von ZuS wissenschaftlich untersuchen zu können, werden neue Kompetenztests entwickelt, mit denen spezifische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden erfasst werden können. Die Tests werden im Bildungsmonitoring (Punkt 1) wie auch bei Evaluationen auf der Mikro-Ebene (Punkt 2) verschiedentlich eingesetzt, um Lernergebnisse in der Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln abzuschätzen oder die Lernwirksamkeit einzelner innovativer ZuS-Maßnahmen zu analysieren. Die Schwerpunkte liegen in den Zieldimensionen von ZuS (Inklusion, Digitalisierung, Sprachliche Bildung) oder gehen darüber hinaus und betreffen z. B. das Forschende Lernen im Praxissemester.

  4. Verwertung und Dissemination: Die erhobenen Daten werden vom Team der Qualitätssicherung breit genutzt, aber auch weiteren Interessierten auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Ergebnisse werden breit disseminiert. Neben wissenschaftlichen Publikationen und Konferenzbeiträgen werden Erkenntnisse in Pressemitteilungen oder Berichten veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof. Dr. Johannes König (Handlungsfeldleiter), Franca Cammann, Krisitina Gerhard, Dr.in Daniela Jäger-Biela

Pressemitteilungen und Informationen (Auswahl):

Projektdauer: 2019 - 2023 (2. Förderphase)

Projektpublikationen (Auswahl):

Cammann, F., Darge, K., Kaspar, K., & König, J. (2020). Forschendes Lernen in der Lehrer*innenbildung. Erfassung und Struktur von anwendungsbezogenem Methodenwissen als Aspekt studentischer Forschungskompetenz. In I. Gogolin, B. Hannover, & A. Scheunpflug (Hrsg.), Evidenzbasierung in der Lehrkräftebildung. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (Edition 4), 13-37. https://doi.org/10.1007/978-3-658-22460-8_2

Depaepe, F., & König, J. (2018). General pedagogical knowledge, self-efficacy and instructional practice: Disentangling their relationship in pre-service teacher education. Teaching and Teacher Education, 69, 177-190. Download PDF

Gerhard, K., Kaspar, K., Rüth, M., Kramer, C., Jäger-Biela, D. J., & König, J. (2020). Entwicklung eines Testinstruments zur Erfassung technologisch-pädagogischen Wissens von Lehrpersonen. In K. Kaspar, M. Becker-Mrotzek, S. Hofhues, J. König, & D. Schmeinck (Hrsg.), Bildung, Schule, Digitalisierung (S. 371-376). Münster: Waxmann. doi: https://doi.org/10.31244/9783830992462

König, J., Darge, K., & Kramer, C. (2020). Kompetenzentwicklung im Praxissemester: Zur Bedeutung schulpraktischer Lerngelegenheiten auf den Erwerb von pädagogischem Wissen bei Lehramtsstudierenden. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (Edition). Download PDF

Kramer, C., König, J., Strauß, S., & Kaspar, K. (2020). Classroom videos or transcripts? A quasi-experimental study to assess the effects of media-based learning on pre-service teachers' situation-specific skills of classroom management. International Journal of Educational Research, 103. Download PDF

König, J., Jäger-Biela, D., & Glutsch, N. (2020). Adapting to online teaching during COVID-19 school closure: Teacher education and teacher competence effects among early career teachers in Germany. European Journal of Teacher Education, 43(4), 608-622. Download PDF

König, J., Doll, J., Buchholtz, N., Förster, S., Kaspar, K., Rühl, A.-M., Strauß, S., Bremerich-Vos, A., Fladung, I., & Kaiser, G. (2018). Pädagogisches Wissen versus fachdidaktisches Wissen? Struktur des professionellen Wissens bei angehenden Deutsch-, Englisch- und Mathematiklehrkräften im Studium. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 21(3), 1-38. Download PDF

König, J., Gerhard, K., Melzer, C., Rühl, A.-M., Zenner, J., & Kaspar, K. (2017). Erfassung von pädagogischem Wissen für inklusiven Unterricht bei angehenden Lehrkräften: Testkonstruktion und Validierung. Unterrichtswissenschaft, 45(4), 223-242. Download


TEDS-Validierung - Teacher Education and Development

Das Projekt TEDS-Validierung baut auf dem Design von Follow-Up-Studien von TEDS-M auf und untersucht seit 2016 erfahrene Lehrkräfte in Sachsen, Thüringen und Hessen. Neben der Validierung der in der Vorstudie TEDS-Unterricht entwickelten Instrumente zielt TEDS-Validierung insbesondere auf die Beantwortung der Frage nach der Relevanz der Leistungstests aus TEDS-M und der in TEDS-Follow Up entwickelten videobasierten Instrumente für die Bewältigung der beruflichen Lehranforderungen. Das TEDS-M-Inventar ist zwar bereits vielfach validiert worden; ungeklärt ist jedoch noch, ob dem Professionswissen und der professionellen Wahrnehmung von Lehrkräften prognostische Validität für qualitätsvollen Unterricht und Lernleistungen zukommt. Im Anschluss an die Förderung des Projekts TEDS-Validierung durch das BMBF im Rahmen der Förderlinie KoKoHs von 2016-2019 entstanden in den Jahren 2020 und 2021 weiterführende Projektpublikationen.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

(1) Erweisen sich die im Kontext von TEDS-M und TEDS-FU entwickelten Instrumente zur Messung der während der universitären Lehrerausbildung vermittelten professionellen Kompetenzen als prognostisch valide für qualitativ hochwertigen und erfolgreichen Mathematikunterricht?

(2) Trägt die Aufnahme situationsspezifischer Fähigkeiten (gemessen über video-basierte Tests) über die Effekte des in der universitären Lehrerausbildung vermittelten Professionswissens (gemessen über Wissenstests) hinaus substanziell zur Erklärung von Unterrichtsqualität und dem Leistungszuwachs bei Schülerinnen und Schülern bei?

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Kaiser (Universität Hamburg), Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln), Prof. Dr. Sigrid Blömeke  (CEMO Oslo/HU Berlin)

Beteiligte: Dr. Nils Buchholtz (Universität zu Köln), Dr.in Ute Suhl (HU Berlin), Dr.in Hannah Heinrichs (Universität Hamburg), Kirsten Benecke (Universität Hamburg), Anne Hardt (Universität Hamburg), Dennis Meyer (Universität Hamburg), Natalie Ross (Universität Hamburg), Caroline Felske, geb. Nehls (ehem. Universität zu Köln)

Projektdauer: 2016 - 2019

Projektpublikationen (Auswahl):

Felske, C., König, J., Kaiser, G., Klemenz, S., Ross, N., & Blömeke, S. (2020). Pädagogisches Wissen von berufstätigen Mathematiklehrkräften. Validierung der Konstruktrepräsentation im TEDS-M Test. Diagnostica, 66(2), 110-122. Download

Jentsch, A., Schlesinger, L., Heinrichs, H., Kaiser, G., König, J., & Blömeke, S. (2021). Erfassung der fachspezifischen Qualität von Mathematikunterricht: Faktorenstruktur und Zusammenhänge zur professionellen Kompetenz von Mathematiklehrpersonen. Journal für Mathematik-Didaktik, 42, 97-121. Download

Kaiser, G., & König, J. (2019). Competence Measurement in (Mathematics) Teacher Education and Beyond: Implications for Policy. Higher Education Policy, 32.

König, J., Blömeke, S., Jentsch, A., Schlesinger, L., Felske, C., Musekamp, F., & Kaiser, G. (2021). The links between pedagogical competence, instructional quality, and mathematics achievement in the lower secondary classroom. Educational Studies in Mathematics, 107, 189-212. Download

König, J., Doll, J., Buchholtz, N., Förster, S., Kaspar, K., Rühl, A.-M., Strauß, S., Bremerich-Vos, A., Fladung, I., & Kaiser, G. (2018). Pädagogisches Wissen versus fachdidaktisches Wissen? Struktur des professionellen Wissens bei angehenden Deutsch-, Englisch- und Mathematiklehrkräften im Studium. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 21(3), 1-38.

Ross, N., & Kaiser, G. (2018). Klassifikation von Mathematikaufgaben zur Untersuchung mathematisch-kognitiver Aspekte von Schülerleistungstests und von Unterrichtsqualität. In R. Biehler et al. (Hrsg.), Beiträge zum Mathematikunterricht 2018 (S. 1519-1522). Münster: WTM-Verlag.


TEDS-Validierung-Transfer

Mit dem Eintritt in die Schulpraxis stehen Lehrpersonen vor der Herausforderung, ihr im Studium erworbenes, deklaratives Wissen flexibel auf konkrete Unterrichtssituationen anzuwenden. Diesen Anwendungsprozess fokussiert das Konstrukt der professionellen Unterrichtswahrnehmung, welches zunehmend als zentrale Kompetenzkomponente von Lehrkräften berücksichtigt wird. Im Rahmen der Vorgängerprojekte TEDS-FU, TEDS-Unterricht und TEDS-Validierung wurden Messinstrumente zur Erfassung der professionellen Unterrichtswahrnehmung in Hinblick auf mathematikdidaktische sowie fächerübergreifende pädagogische Aspekte entwickelt und an berufstätigen Mathematiklehrkräften eingesetzt.
Das Verbundprojekt TEDS-Validierung-Transfer greift auf die Ergebnisse dieser Studien zurück und zielt in zweifacher Hinsicht auf einen Transfer: Erstens werden die entwickelten Testinstrumente erstmals an einer Stichprobe von angehenden Mathematiklehrkräften (Masterstudierenden) eingesetzt. Zweitens soll der Einfluss verlängerter schulpraktischer Phasen im Lehramtsstudium auf die professionelle Unterrichtswahrnehmung angehender Lehrkräfte geprüft werden. Dabei ist ein Vergleich unterschiedlich implementierter Praxisphasen an verschiedenen Hochschulstandorten intendiert. Zur Erfassung der professionellen Unterrichtswahrnehmung kommen in TEDS-Validierung-Transfer zwei Testinstrumente zum Einsatz: Je nach studierter Schulform bearbeiten die befragten Studierenden entweder einen Test mit Schwerpunkt Grundschule oder mit Schwerpunkt Sekundarstufe. In beiden Varianten sehen die Befragten kurze Videovignetten aus dem Mathematikunterricht und beantworten im Anschluss Fragen zu den dargebotenen Unterrichtssituationen. Der Studie liegt ein Prä-Post-Design zugrunde, d. h. die Testinstrumente werden vor und nach der Praxisphase eingesetzt. Dies geschieht an mehreren Hochschulstandorten verschiedener Bundesländer. Die Erhebungsphase des Projekts wird im Sommer 2021 abgeschlossen. Auf Basis der Daten können Skalierungsanalysen sowie Regressionsanalysen in Bezug auf Lerngelegenheiten im Lehramtsstudium und pädagogische Vorerfahrung erfolgen und die Wirksamkeit verschiedener Formate von Schulpraxis im Lehramtsstudium kann untersucht bzw. verglichen werden.
Letztlich ist intendiert, potenzielle Erkenntnisse der Studie zur Verbesserung der Lehrer*innenbildung nutzbar zu machen, insbesondere in Hinblick auf die Gestaltung schulpraktischer Lerngelegenheiten. TEDS-Validierung-Transfer wird in Kooperation mit den einschlägigen Projekten der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung an beiden Universitäten durchgeführt, d.h. ProfaLe an der Universität Hamburg und ZuS an der Universität zu Köln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektteam: Prof.in Dr.in Gabriele Kaiser (Verbundleitung, Universität Hamburg, Australian Catholic University), Alina Alwast (Universität Hamburg), Natalie Ross (Universität Hamburg), Prof. Dr. Johannes König (Standortleitung, Universität zu Köln), Jonas Weyers (Universität zu Köln)

Projektdauer: 2020 - 2022


EMW - Entwicklung von berufsspezifischer Motivation und pädagogischem Wissen in der Lehrerausbildung

Angesichts drängender Fragen zur Reformierung der Lehrer*innenbildung und nötiger Maßnahmen zur Sicherung ihrer Qualität mangelt es an international-vergleichend angelegten Längsschnittuntersuchungen zur Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung. Dieser Forschungslage begegnet das von der Rhein-Energie Stiftung Köln geförderte EMW-Projekt. Das Projekt zielt auf die differenzierte Beschreibung und längsschnittliche sowie mehrebenanalytische Modellierung von Prozess- und Ergebnisvariablen der bildungswissenschaftlichen sowie schulpraktischen Segmente der Lehrer*innenbildung, um bislang fehlende Aussagen zur Wirksamkeit treffen zu können. Neben der Erhebung des pädagogischen Wissens und berufsspezifischer motivationaler Merkmale von (angehenden) Lehrkräften werden Lerngelegenheiten in standardisierter Form erfragt sowie individuelle (Eingangs-)Merkmale der angehenden Lehrkräfte berücksichtigt.
Im Rahmen des Projekts konnten über sechs Jahre vier Messzeitpunkte (2011, 2013, 2015, 2017) realisiert werden, die während der vergangenen zwei Jahre weiterführend ausgewertet wurden. Mit der Datenerhebung wurden die Proband*innen über den gesamten Verlauf ihres Studiums und bei Eintritt in das Referendariat (Deutschland) bzw. den Beruf (Österreich, Schweiz) befragt. Damit liegt eine für den deutschsprachigen Raum bislang einzigartige Langzeitstudie zur Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung vor, welche über Selbstberichte der (angehenden) Lehrkräfte hinausgeht und systematisch auch ihr professionelles Wissen testet. Die Kontrastierung einer langen Ausbildung einschließlich erweiterter Lerngelegenheiten wie dem Praxissemester (Deutschland) mit einer praxisnahen, in einen frühen Berufseinstieg mündenden Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen (Österreich, Schweiz) ermöglicht die Bearbeitung von spezifischen Fragestellungen, die sich sowohl auf engere Fragen zur Lehrer*innenausbildung als auch den Berufseinstieg erstrecken. Im Anschluss an die Förderung des Projekts EMW durch die Rhein-Energie Stiftung entstanden in den Jahren 2020 und 2021 weiterführende Projektpublikationen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekthomepage.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln) & Prof. Dr. Martin Rothland (Universität Siegen)

Beteiligte: Dipl. Päd.in Kerstin Darge (Universität zu Köln), Dr.in Nina Glutsch (Universität zu Köln), Dr. Stefan Klemenz (Universität zu Köln), Dr. Rudy Ligtvoet (Universität zu Köln), Dipl.-Päd.in Melanie Lünnemann (ehem. Universität zu Köln), Dr. Sarantis Tachtsoglou (ehem. Universität zu Köln)

Projektdauer: 2011 - 2019

Projektpublikationen (Auswahl):

Glutsch, N., König, J., & Rothland, M. (2020). Zielorientierungen und Leistungsmotivation angehender Lehrkräfte zu Studienbeginn - eine Profilanalyse. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 23(4), 793-822. Download

Klemenz, S., & König, J. (2019). Modellierung von Kompetenzniveaus im pädagogischen Wissen bei angehenden Lehrkräften: Zur kriterialen Beschreibung von Lernergebnissen der fächerübergreifenden Lehramtsausbildung. Zeitschrift für Pädagogik, 65(3), 355-377. Download

Klemenz, S., König, J., & Schaper, N. (2019). Learning opportunities in teacher education and proficiency levels in general pedagogical knowledge: new insights into the accountability of teacher education programs. Educational Assessment, Evaluation and Accountability, 31(2), 221-249. Download

König, J. (2017). Motivations for teaching and relationship to general pedagogical knowledge. In S. Guerriero (ed.), Pedagogical Knowledge and the Changing Nature of the Teaching Profession (S. 119-135). OECD Publishing, Paris. Download